Kronzeuge hatte anfangs auch geleugnet
Kronzeuge belastet Ex-Chef von Worldcom schwer

Bernard Ebbers, der ehemalige Chef des Telekomkonzerns Worldcom, ist von seinem einstigen Intimus im Prozess um den größten Bilanzfälschungsskandal der US-Geschichte schwer beschuldigt worden.

HB NEW YORK. Das Unternehmen habe Ende 2000 auf Geheiß von Ebbers Ergebnisse präsentiert, die falsch waren und Ebbers sei sich darüber bewusst gewesen, sagte der ehemalige Finanzchef Scott Sullivan nach Angaben der Agentur Bloomberg am Mittwoch vor Gericht.

Sullivan ist der Kronzeuge der Anklage, der nach anfänglichem Leugnen im vergangenen Jahr Betrug zugegeben hatte und sich gegen seinen ehemaligen Chef wandte. Ebbers hatte sich nicht schuldig bekannt. Seine Anwälte argumentieren, Sullivan habe die Bücher aus eigenem Antrieb gefälscht und Ebbers habe von Finanzbuchhaltung zu wenig Ahnung, als dass er den Betrug hätte durchschauen können.

Sullivan sagte den Geschworenen, er habe Ebbers Ende 2000 gebeten, eine zweite Warnung zu veröffentlichen, dass das Unternehmen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen könne. Ebbers habe das nicht zugelassen. Er habe deshalb gewusst, dass die Daten, die schließlich veröffentlicht wurden, nicht korrekt waren. Ebbers droht bei einem Schuldspruch eine jahrelange Haftstrafe. Der Prozess dürfte sich noch mehrere Wochen hinziehen.

Worldcom, einst der zweitgrößte amerikanische Telekomkonzern, war im Sommer 2002 zusammengebrochen, nachdem der Betrug ans Licht gekommen war. Die Firma musste Gläubigerschutz beantragen. 20 000 Mitarbeiter wurden entlassen, die meisten verloren zudem ihre gesamten Pensionsrücklagen, die in Worldcom-Aktien investiert waren. Die Papiere wurden wertlos. Insgesamt verloren Investoren 180 Milliarden Dollar.

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