Künstliche Befruchtung
Mann muss Vaterschaft anerkennen

Wenn eine Do it yourself-Befruchtung zur Schwangerschaft führt, gilt der Ehemann als Vater. Einen Streitfall in einer solchen Sache hatte jetzt das Oberlandesgericht Hamm zu beurteilen.

Statt einen Arzt zu konsultieren, leitete ein Paar alles selbst in die Wege: Sie besorgten von einem Freund eine Samenspende, die Befruchtung nahm die Frau mit einer Spritze aus dem Spielzeugarztkoffer ihrer Nichte vor. Der Versuch gelang, die Ehe scheiterte. Bei der Geburt war das Paar noch verheiratet, sodass der Mann automatisch als Vater galt. Nach der Scheidung focht er die Vaterschaft an: Der Selbstversuch sei ein Alleingang seiner Ex gewesen.

Das Oberlandesgericht Hamm verdonnerte ihn jedoch, Unterhalt für das Kind zu zahlen (9 UF 19/06). Die Richter waren nach Zeugenaussagen sicher, dass er sehr wohl mit der Befruchtung einverstanden war. Und sie stellten klar: Auch wenn kein Arzt dabei sei, gelte nach einer künstlichen Befruchtung die Regel: Vater ist, wer zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war.

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