Kulturförderung
Schlechte Zeiten für Schöngeister

Trotz Krise engagieren sich Firmen im Kulturbereich. Aber nur langfristige Konzepte haben Erfolg. Museen und Kunstschaffende müssen Klinken putzen. Wer das professionell angeht, kann immer noch Unternehmen als Sponsoren gewinnen.

DÜSSELDORF. Das Filmfestival Berlinale und die Deutsche Oper in Berlin verlieren mit VW einen ihrer Hauptsponsoren, in Essen zieht sich die Krupp-Stiftung aus einem Projekt der Villa Hügel zum Kulturhauptstadt-Jahr 2010 zurück. Gleichzeitig erklärt der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, die Zeit der Verbeugens vor den Sponsoren sei vorbei; jetzt sei es wieder am Staat, die schönen Künste und ihre Ausstellungsorte zu fördern. Keine Frage, die Finanzkrise schlägt voll auf die Kunstschaffenden in diesem Land durch. Museen und Kultureinrichtungen bangen um die finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft. Dabei ist die in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden.

Deswegen steht Roth mit seiner These auch ziemlich allein in der deutschen Kulturlandschaft. Andere Museums-Chefs warnen davor, sich einer trügerischen Sicherheit Namens Staat hinzugeben. Kasper König, Leiter des Museum Ludwig in Köln, sagt: "Wenn alles wegbricht, gibt es auch keine Steuereinnahmen mehr." Angst, dass es soweit kommt, hat er nicht. Wie viele andere deutschen Häuser hat auch das Museum Ludwig sein Fundraising, also die Suche nach Finanziers, professionalisiert. König baut auf nachhaltige Beziehungen zum Sponsor.

Ausstellungsabsagen und abspringende Sponsoren sind in Köln kein Thema. Königs Fundraising-Expertin Anette Mueller gewann jüngst sogar zwei neue Unterstützer, einen Versicherer und eine Wirtschaftsprüfergesellschaft. Mehr Schwierigkeiten hat sie mit der Akquise neuer Premium-Partner, die sich für drei Jahre mit einem jährlichen Betrag von 150 000 Euro binden.

Auch Claudia Hornemann, die das Fundraising für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf besorgt, berichtet, es sei schwieriger geworden, neue Förderer zu gewinnen: "Langjährige Partner aber bleiben dabei." Allerdings schraubten auch die ihre Engagements derzeit zurück. Vor allem Ausstellungen unbekannter Künstler haben es schwerer.

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