Kunstkenner mit Vorliebe für Buntes
Thomas Fischer: Herrhausen-Zögling mit exzellentem Ruf

Nicht einmal zwei Jahre nach seiner bislang größten Niederlage ist der Bankmanager wieder oben auf. Hatte er Anfang 2002 noch den Machtkampf um den Spitzenposten bei der Deutschen Bank gegen Josef Ackermann verloren, war er für die WestLB jetzt erste Wahl.

HB FRANKFURT. Dass es sich dabei mit der WestLB AG um ein öffentlich-rechtliches Institut handelt, bedeutet für den 56-jährigen kein völliges Neuland: Von 1995 bis 1998 war er Vorstandsvorsitzender der Landesgirokasse Stuttgart, die 1999 in der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) aufgegangen ist.

Diese Erfahrung in der Sparkassen-Finanzgruppe könnte dem Manager bei der anstehenden Konsolidierung der achtgrößten deutschen Bank von erheblichem Nutzen sein, werteten Landesbankkreise seine Ernennung. Wichtiger und wahrscheinlich ausschlaggebend für die Berufung des gebürtigen Berliners dürfte allerdings Fischers Reputation als exzellenter Risikomanager gewesen sein. Bevor er im Vorstand der Deutschen Bank diese Zuständigkeit bekleidete, war er schon 1994 Chairman des Risk Mangement Committees.

Für Fischer selbst war sicherlich seine Zeit bei der Deutschen Bank von 1985 bis 1991 und von 1999 bis 2002 prägender als das Stuttgarter Intermezzo: Er gilt als ausgesprochener Ziehsohn des ehemaligen Vorstandssprechers Alfred Herrhausen, dessen Gönnerschaft in der Branche immer noch breite Anerkennung verheißt.

Doch auch nach dem Ende seiner Karriere bei der Deutschen Bank - Fischer ging im Streit um die von Ackermann präferierte neue Führungsstruktur - suchte der künftige WestLB-Vorsitzende Nähe zur Landesbankenszene. So beriet er unlängst die Bayerische Landesbank bei der Veräußerung der im Zuge der Kirch-Insolvenz erhaltenen Formel-1-Anteile. Zudem war er bei der Investmentbank Rothschild Berater für - eben die WestLB. Daher tauchte er immer wieder als Kandidat für den Chefsessel des Düsseldorfer Instituts auf.

Übrigens: Vor einem allzu grauen Alltag brauchen sich die WestLB-Mitarbeiter nicht zu fürchten. Die Vorliebe des Kunstkenners für bunte Hemden und Krawatten ist in Frankfurt noch Legende.

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