Kunstwerke
Rembrandts Leibwächterin

Andrea Kersten schickt Kunstwerke auf Reisen. Die Museumslogistikerin der Schenker Logistik AG in der Geschäftsstelle Frankfurt ist dafür verantwortlich, dass Kunstwerke sicher von einem ins andere Museum transportiert werden. Auf Wunsch fährt sie als Begleitung mit – egal wohin.

HB. Andrea Kersten ist im vergangenen Jahr viel rumgekommen: Zuerst ging es nach New York, danach nach Moskau und auch in Abu Dhabi machte sie Station. Doch obwohl die 30-Jährige einige Zeit ihrer Aufenthalte in den bekanntesten Museen der Welt verbrachte, hatten ihre Reisen mit Urlaub recht wenig zu tun. Andrea Kersten leitet den Bereich Museumslogistik in der Geschäftsstelle Frankfurt der Schenker Deutschland AG. Sie ist dafür zuständig, dass wertvolle Gemälde, Skulpturen und andere Ausstellungsstücke sicher vom einen ins andere Museum transportiert werden.

Eigentlich gehören solche Reisen nicht zu den regelmäßigen Aufgaben der Museumslogistikerin. „Ich organisiere und koordiniere die Logistikabläufe. Die Hauptarbeit mache ich in meinem Büro in Kelsterbach“, sagt die gebürtige Berlinerin. Das Mekka der Spediteure an der südwestlichen Stadtgrenze von Frankfurt liegt in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Flughafen. „Für Logistikdienstleister wie uns ist dieser Standort natürlich optimal“, sagt Kersten. Doch worauf muss man achten, wenn Kunstwerke den Standort wechseln sollen? „Jeder Gegenstand braucht seine individuelle Verpackung. Gemälde müssen zum Beispiel immer in Klimakisten transportiert werden“, sagt Kersten. Diese speziellen Holzkisten sind mit Dämmmaterialien ausgestattet, damit sich der Klimaaustausch zwischen außen und innen so langsam wie möglich vollziehen kann. Die Betriebswirtin weiß: Ein Klimaschock könnte die Kunstwerke stark beschädigen. Zum Glück ist ihr dieser Gau in sieben Jahren Berufserfahrung bislang erspart geblieben.

Fast genauso wichtig wie die richtige Verpackung für ein Kunstwerk ist der persönliche Kontakt mit den Kunden vor Ort. Wenn der Transport einer Rembrandt-Ausstellung geplant wird, ist seriöses und freundliches Auftreten Pflicht. „Vertrauen ist in unserer Branche das A und O“, sagt Kersten. „Der Kunde muss sich auf uns verlassen können. Wenn er sich schon beim ersten Kontakt nicht rundum wohlfühlt, können wir uns den Auftrag abschminken.“ Deswegen bietet die Abteilung Schenker ART ihren Kunden immer das Rundum-sorglos-Paket an. Von der Organisation des Kunsttransports bis hin zum Buchen der Reisen und Hotels für Museumsmitarbeiter wird alles übernommen. Am meisten gefällt Andrea Kersten an ihrem Beruf, dass jeder Tag neue Herausforderungen bringt. Der tägliche Kontakt zur Kunst sei ein weiterer Pluspunkt ihres Jobs. Als wahre Kunstkennerin möchte sie sich allerdings nicht bezeichnen. Sie gehe zwar auch privat gerne mal ins Museum, doch dann sehe sie die Exponate mit anderen Augen. „Durch meinen Job habe ich einen ganz speziellen Zugang zur Kunst“, sagt die Logistikerin. „Interesse und Sensibilität für die Sache ist für mich wichtiger als Fachwissen über die Künstler.“

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