Management
Kurs aufs kalte Wasser

Wer wünscht sich nicht, ein guter Chef zu sein? Vier neue Managementbücher geben Tipps und Ratschläge - für die Novizen unter den Führungskräften wie für den alten Hasen an der der Spitze. Sie können selbst vom Buddhismus und vom Hockey noch etwas lernen.

DÜSSELDORF. Der langersehnte erste Chefposten: endlich Verantwortung übernehmen, selbst entscheiden, Leute durch die Höhen und Tiefen des Geschäfts führen. Aus solchem Karriere-Segen wird schnell ein Fluch, wenn Aufsteiger nicht auf die neue Rolle vorbereitet sind. "Ab jetzt gelten neue Gesetze", warnen die Personalberater Helmut Hofbauer und Alois Kauer frischgebackene Manager. Plötzlich sollen die Neulinge allein Entscheidungen treffen, ohne sich beim Vorgesetzten abzusichern. Oft sitzen sie schon in den ersten Tagen ihren neuen Mitarbeitern gegenüber und führen Zielvereinbarungsgespräche. Und ihr Fachwissen zählt nur noch wenig: Gefragt sind fast ausschließlich Managementqualitäten.

Hofbauer und Kauer zählen zu den Autoren, die sich explizit an Führungsneulinge wenden. Mit ihrem Buch "Einstieg in die Führungsrolle" richten sie sich an den typischen Anfangdreißiger, der vom Sachbearbeiter zum Abteilungsleiter aufsteigt und nun Menschen führen sollen. Das Buch wird als "Praxisbuch für die ersten 100 Tage" präsentiert. Bis der Leser sich allerdings zu den Checklisten und Abhak-Tabellen vorgearbeitet hat, mit denen Führungsnovizen systematisch klären können, welche Projekte und Abläufe sinnvoll sind und was politisch wichtig ist, breiten die Autoren erst alle erdenklichen Führungsstilmodelle aus und wägen akademisch deren jeweilige Vor- und Nachteile ab.

Ausführlich erläutern sie auch die psychologische Ausgangssituation einer frischgebackenen Führungskraft: Die widersprüchlichen Erwartungen von Team und Vorgesetzten und nicht zuletzt des Managers an sich selbst. Das fehlt zwar in vielen Führungsratgebern, macht das Buch aber eher zur Besinnungslektüre im Resturlaub, bevor es richtig losgeht.

Einfache, eingängige Rezepte verspricht dagegen der US-Marketingberater Jeffrey Fox in seinem Band "Die Kunst, ein toller Chef zu sein". Ein richtig amerikanisches Buch - in den USA wurde es zum Bestseller. Fox scheut sich nicht, zehn "Erfolgsformeln für tolle Chefs" auf einer Buchseite aufzulisten: darunter Tiefschürfendes wie "Hören Sie Mitarbeitern zu" und "Stellen Sie nur Spitzenkräfte ein". Fox packt solche gebündelten Weisheiten danach in 50 Mini-Kapitel.

Natürlich hat er recht, wenn er schreibt, dass gute Chefs ihre Beschäftigten permanent fortbilden und im Alltag anleiten sollen - er nennt das erziehen. Und natürlich sollte man sich von Mitarbeitern, die mehr Belastung sind als Stütze, trennen. Aber ein Rat wie "Erziehen Sie, feuern Sie und sehen Sie, wie Ihr Unternehmen wächst" klingt doch nach einem dieser 1

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