Kurz vor Abschluss
Haftstrafe in Telekom-Spitzel-Prozess beantragt

Im Spitzel-Prozess bei der Deutschen Telekom hat die Staatsanwaltschaft heute für den Hauptangeklagten eine Haftstrafe vor dem Landgericht Bonn beantragt. Die Vorwürfe gegen den Angeklagten: Betrug, Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und Verstoß gegen das Datenschutzgesetz.
  • 1

HB FRANKFURT. Dem Hauptangeklagten im Prozess um die Telekom-Spitzelaffäre droht eine mehrjährige Haftstrafe. Nach dem Willen der Staatanwälte solle Klaus T., ehemals leitender Mitarbeiter der Telekom-Sicherheitsabteilung, insgesamt für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, teilte das Landgericht Bonn am Mittwoch mit.

Die Anklagebehörde wirft ihm Betrug, Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und Verstoß gegen das Datenschutzgesetz vor. Darauf stehen maximal fünf Jahre. Sein Verteidiger hat eine Geldstrafe beantragt. Das Urteil soll am 30. November verkündet werden.

Die Telekom- Führung war 2005 fieberhaft auf der Suche nach einem Insider, der geheime Geschäftspläne an die Presse weitergab. Die Nachforschungen übernahm der langjährige Sicherheitschef Klaus T., der mit Hilfe von zwei anderen Telekom-Mitarbeitern und einer Berliner Firma unter anderem einige Dutzend Aufsichtsräte, Gewerkschafter und Journalisten ausspionierte. Dazu wurden die Telefon-Verbindungsdaten erfasst.

Im Laufe des seit knapp zwei Monaten andauernden Prozesses erhob Klaus T. schwere Vorwürfe gegen Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke. Der Top-Manager habe von illegalen Schnüffelmethoden in seinem Unternehmen gewusst, sie aber nicht direkt angeordnet. Ricke, der im Gegensatz zum einstigen Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel auch vor Gericht als Zeuge aussagte, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Das Verfahren gegen die beiden Helfer von Klaus T. in der Telekom wurde wegen geringer Schuld bereits eingestellt - gegen eine Zahlung von 6000 Euro.

Kommentare zu " Kurz vor Abschluss: Haftstrafe in Telekom-Spitzel-Prozess beantragt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Echte Polizei Arbeit, Kampf gegen Terror,Verbrecherbekämpfung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%