Lachen in der Chefetage
Wer Humor hat, macht Karriere

„Wer keinen Sinn für Humor hat, wird in diesem Land nie irgendetwas erreichen“, sagt David Letterman. Der amerikanische Late-Night-Talker weiß: Seine Landsleute kann nur derjenige mitreißen, wer sie zum Schmunzeln bringt. Nach den Politikern machen sich auch immer mehr Manager die Macht des Humors zunutze – und fordern ihn ebenso von ihren Mitarbeitern ein.

HB LOS ANGELES. „Wenn Du nicht mit Spaß und Humor bei der Arbeit bist, dann solltest Du Dir einen anderen Job suchen“, sagt Microsoft-Boss Steve Ballmer nüchtern. Er, der stets einen Witz auf den Lippen hat und nicht nur bei öffentlichen Auftritten gern den Spaßvogel gibt.

Humor und Management – zwei Welten, die aufeinander prallen? Was in Deutschland verpönt und oft sogar karriereschädigend ist – weil humorvolle Manager häufig als unseriös oder gar verantwortungslos verbrämt werden –, gilt in angelsächsischen Ländern als besondere Führungsqualität. Manager, die ihre Mitarbeiter zum Lachen bringen können, sind beliebt wie nie zuvor.

Zum Beispiel die skurrilen Brüder Joe und Gavin Maloof: Mit den Sacramento Kings besitzen sie nicht nur eine der besten NBA-Basketballteams in den USA, sie herrschen auch über eine Investmentfirma mit rund 2500 Angestellten. Ihr Führungsstil wird in den USA als „wacky“, als leicht verrückt, beschrieben. Die Brüder sitzen in ihren Basketball-Uniformen in Meetings, verlegen Bilanzpressekonferenzen in die Sporthalle, laden zum Firmen-Picknick Superstars der NBA ein. Den Angestellten gefällt’s. „Joe und Gavin bringen viel Humor und Energie mit zur Arbeit. Es macht Spaß, für solch ein Team zu arbeiten“, sagt Peter Mitchell, Marketing-Manager der Maloof-Gruppe.

Humor wirkt – erst recht im Beruf. Nach einer Umfrage von Robert Half International sind 84 Prozent aller befragten Unternehmenschefs und Personaldirektoren überzeugt: Wer Sinn für Humor mit ins Büro bringt, macht einen besseren Job. Eine Studie von Hodge Cronin und Associates kam zu einem ähnlichen Ergebnis: 98 Prozent der 737 interviewten Firmenbosse gaben an, dass sie lieber einen humorvollen Manager einstellen würden.

So einen wie Herb Kelleher. Der Mann hinter dem Wunder von Southwest Airlines, einer der wenigen Fluglinien in den USA, die Profite einfliegen, ist ein echter Komiker. Unorthodox und etwas skurril, dafür herzlich und volksnah. Der millionenschwere Chef fliegt mal gerne „nur so zum Spaß“ in der Holzklasse von Texas nach Las Vegas, um mit den Stewardessen und Kunden zu plaudern. „Wenn Arbeit sich mehr wie Spaß anfühlen würde, dann wären alle auch ein bisschen glücklicher“, ist er überzeugt. Bei seinen Mitarbeitern scheint seine humorvolle Art zu wirken. „Bei Herb habe ich das Gefühl, dass er sich wirklich um uns kümmert. Er ist wie ein Vater, er hebt den Zeigefinger, er bringt uns zum Lachen, er beschützt uns“, schwärmt Maria Estevez, die als Stewardess zwischen Los Angeles und Las Vegas arbeitet.

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