Lakshmi Mittal
Der „König des Stahls“ wird 65

Geboren wurde Lakshmi Mittal in einem armen indischen Dorf. Gegen viele Widerstände baute er den größten Stahlhersteller der Welt auf. Nun wird der „König des Stahls“ 65 Jahre alt – und zählt künftig auf seine Familie.
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Neu DelhiSeinen ersten Vornamen hat Lakshmi Niwas Mittal von der hinduistischen Gottheit für Erfolg und Reichtum. Besser hätten die Eltern seinen Lebensweg nicht vorzeichnen können: Der Junge aus einem Dorf im indischen Rajasthan, wo es weder Strom noch fließend Wasser gab, führt heute mit Arcelor-Mittal den weltgrößten Stahlkonzern. Lakshmi Mittals Imperium erstreckt sich über die ganze Welt, von Eisenhüttenstadt nach Taiwan, von Algerien bis Chile. Am kommenden Montag (15. Juni) wird der Stahl-Magnat 65 Jahre alt.

Sein Erfolgsrezept beschreibt der Mann, der von den indischen Medien gerne „König des Stahls“ genannt wird, so: „Ich kaufe Unternehmen, fusioniere, konsolidiere sie, reduziere ihre Kosten, mache sie sehr effizient.“ Denn selber Stahlwerke auf der grünen Wiese bauen, das habe er schon früh erkannt, dauere einfach zu lange. „Das Leben ist sehr kurz. Wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man es sehr schnell machen“, sagte er der indischen TV-Größe Simi Garewal.

Mittals Vater Mohan sah das anders, er setzte als kleiner Stahlindustrieller auf Beständigkeit. Das war in den 70er Jahren, als Neu Delhi alle Betriebe staatlich kontrollierte. Wachstum war schwierig. Der junge Mittal sah seine Chance erst gekommen, als er mit 25 Jahren das erste Mal im Ausland Urlaub machte. Sein Vater hatte ihm den Auftrag gegeben, nebenbei das Stahlwerk in Indonesien zu verkaufen. Doch Mittal behielt es – und blieb 14 Jahre in dem südostasiatischen Land.

Es folgten Einstiege in Trinidad, Mexiko, Kanada und 1995 der Kauf der Hamburger Stahlwerke – dabei hatte Mittals Vater das Wagnis in Mexiko als einen Sprung von einer Brücke bezeichnet. Doch die kühne Strategie ging auf, Mittal setzte sich an die Spitze der Branche. Er ist der erste Industrielle aus einem Schwellenland, der über ein weltweites Firmenimperium herrscht.

Nach der Fusion mit Arcelor setzte Mittals Unternehmen zwischenzeitlich 125 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) pro Jahr um, beschäftigte 326.000 Mitarbeiter und der Konzernchef stieg Schätzungen zufolge zum drittreichsten Mann der Welt auf. Dann litt sein Unternehmen – wie die gesamte Stahlbranche – unter der weltweiten Konjunkturabkühlung. Heute wird sein Vermögen vom US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf fast 14 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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