Landesbanken
Anzeige gegen HSH-Nordbank-Manager

Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft ist eine Anzeige gegen Manager der angeschlagenen HSH Nordbank eingegangen. Wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit fragwürdigen Spekulationsgeschäften habe eine Privatperson Verantwortliche der gemeinsamen Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein angezeigt.

HB HAMBURG. Damit bestätigte ein Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft einen Bericht der "Lübecker Nachrichten" vom selben Tag. Ein Vorermittlungsverfahren sei eingeleitet worden. Die Anzeige sei bereits am Vortag eingegangen.

Das in den Strudel der Weltfinanzkrise geratene Institut muss sich nach Angaben zweier Aufsichtsratsmitglieder, Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag und Schleswig-Holsteins Finanzminister Rainer Wiegard (beide CDU), auf höhere Belastungen einstellen als befürchtet. Bis Ende September belief sich der Verlust der HSH Nordbank auf 360 Mio. Euro. Vorstandschef Hans Berger bot inzwischen seinen Rücktritt an. Die Bank hat Staatsbürgschaften von bis zu 30 Mrd. Euro aus dem Rettungsschirm des Bundes beantragt.

Möglicherweise muss auch das Eigenkapital zusätzlich aufgestockt werden. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sagte dem Radiosender NDR Info, er sei sich sicher, dass eine Kapitalerhöhung von zwei Mrd. Euro nicht ausreichen werde. Stattdessen rechne er mit einer Größenordnung von "drei, vier Mrd. Euro". Auch aus seiner Sicht könne das Verhalten von Mitarbeitern der HSH Nordbank ein Fall für die Ermittler werden, bekräftigte Kubicki - falls es zutreffe, dass weitere Risikogeschäfte in diesem Jahr ohne Billigung des Vorstands vollzogen wurden.

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