Landesbanken
Politik kündigt HSH-Chef Nonnenmacher das Vertrauen

Der umstrittene Vorstandschef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, steht vor der Abberufung. Die FDP in Schleswig-Holstein und die Hamburger Grünen – beide Parteien regieren in ihren Ländern mit der CDU – wollen seine Entlassung durchsetzen. Am Dienstag befassen sich beide Kabinette mit der Personalie.
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fmd/HB KIEL. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager sagte dem Handelsblatt, dass morgen im Landeskabinett über ein geordnetes Verfahren gesprochen werde, das unter Führung des Aufsichtsratsvorsitzenden umgesetzt werden müsse. Oberste Maxime dabei bleibe die Absicht der Landesregierung, die Anteile Schleswig-Holsteins an der Bank spätestens bis 2014 zu veräußern. "Dafür braucht die Bank das volle Vertrauen aller", so de Jager.

Medienberichte, dass es in den Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein bereits beschlossene Sache sei, dass Nonnenmacher abgelöst werde, wieden die Beteiligten am Montag zurück. Der stellvertretende Sprecher des Hamburger Senats sagte auf Nachfrage: "Das kann ich zur Minute nicht bestätigen." Auch der Sprecher des schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschefs Wolfgang Kubicki zeigte sich überrascht: "Das höre ich jetzt zum ersten Mal."

Der HSH-Chef steht in der Kritik, weil die Bank, die zu 85 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, immer wieder von Skandalen erschüttert wird. So steht die HSH im Verdacht, Beweise fingiert zu haben, um einen Topmanager in New York loszuwerden.

Auch die CDU hat bereits von einem „strapazierten Vertrauen“ zu Nonnenmacher gesprochen. „Nach dem offensichtlichen Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit muss ein Vertrauensverlust auf den Finanzmärkten verhindert werden“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jager (CDU) dem Handelsblatt.

Grüne und FDP sind fest entschlossen, Nonnenmacher loszuwerden. „Ich garantiere, dass wir diesen Antrag umsetzen“, sagte der FDP-Fraktionschef von Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, am Wochenende. „Alles andere als eine Entlassung von Nonnenmacher werden wir am Dienstag im Senat nicht akzeptieren“, sagte der Fraktionschef der Grünen in Hamburg, Jens Kerstan, dem „Spiegel“. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins will die Öko-Partei sonst die Koalition platzen lassen. Nonnenmacher selbst meldete sich auch zu Wort: Er warnte davor, die Landesbank weiter öffentlich zu zerreden.

Heute morgen hatte Nonnenmacher den Vorwurf der Bespitzelung von Politikern erneut als absurd zurückgewiesen. Die Teilnahme der in Diensten der HSH stehenden Detektei Prevent an einer Diskussionsveranstaltung mit dem damaligen Kieler Wirtschaftsminister Werner Marnette als Ausspähung zu werten, sei „blanker Unsinn“, sagte Nonnenmacher am Montag in einer persönlichen Erklärung vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Kieler Landtags. Die Veranstaltung sei schließlich öffentlich gewesen.

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  • Einer der fähigsten banker, lt. Hr. Kopper oder Mr. Peanut, soll gehen? Er ist also doch nur das Gegenteile davon!

  • bei mir wäre der schon längst auf der Strasse!

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