Langfristig lohnt sich Corporate Social Responsibility für die Unternehmen
Firmen entdecken ihr Gewissen

„Unternehmen tragen ein hohes Maß an Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft im In- und Ausland.“ Dieses Bekenntnis geben die Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) auf der kürzlich lancierten gemeinsamen Internetplattform zur „Corporate Social Responsibility“ (kurz: CSR) ab.

HB BERLIN. Der Begriff ist international etabliert, aber in Deutschland noch nicht so sehr bekannt. CSR bedeutet, nachhaltig zu wirtschaften und zu einer wirtschaftlich leistungsfähigen, sozial gerechten und ökologisch verträglichen Entwicklung beizutragen. Diese soll auch künftigen Generationen ermöglichen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Mit der Globalisierung wächst auch die Verantwortung der Unternehmen. Sie beeinflussen ökonomische, ökologische und soziale Zustände überall auf der Welt mindestens genauso stark wie die Politik. Internationale Konzerne bauen Fabriken, Straßen, Vertriebsniederlassungen. Auch kleine und mittlere Firmen nehmen Einfluss über Zulieferer und Handel.

Doch verantwortliches Handeln der Unternehmen ist kein Selbstzweck. Das erkennen immer mehr Firmenchefs und handeln danach. Auch wenn es sich nicht immer exakt aufs Quartal berechnen lässt, was das Engagement bringt, steht fest, dass sich geringerer Ressourcenverbrauch, optimierte Betriebsabläufe, bessere Geschäftsbeziehungen, geringere Kosten und höhere Motivation der Mitarbeiter langfristig rechnen. So hat eine Analyse der Universität Iowa ergeben, dass die Unternehmen, die verantwortlich wirtschaften, höher angesehen sind, mehr Gewinn erwirtschaften und sogar einen höheren Unternehmenswert herausholen als andere.

„CSR ist keine zusätzliche Aktivität zum Kerngeschäft, sondern es geht um die Art, wie das Kerngeschäft betrieben wird“, sagt Professor Ulrich Steger vom Institut for International Management Development (IMD) in Lausanne. Es bedeutet, anders als viele Manager meinen, nicht, „Gutes zu tun“ und imagefördernd darüber zu reden. Wenn Banken viel für Kultursponsoring tun, im Kreditgeschäft aber Großprojekte fördern, die zu Massenumsiedlung und Naturzerstörung führen, ist das noch kein CSR. Es genügt auch nicht, wenn Handy-Hersteller afrikanischen Kindern helfen, aber zur Mobilfunkproduktion im Urwald das Erz Coltan abbauen und Ökosysteme vernichten.

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