Lars G. Josefsson
Vorsicht Spannung!

Lars G. Josefsson will Vattenfall zum Top-Spieler im europäischen Strommarkt formen. Da stören ihn Alleingänge wie in Deutschland immer mehr. Jetzt hat er genug – und greift bei den Tochterfirmen durch. Seinen deutschen Top-Manager dürfte das dan Job kosten.

STOCKHOLM. "Lars G“ wird er in Schweden von seinen Mitarbeitern genannt. Und wenn man den Chef des staatlichen schwedischen Energieriesen Vattenfall trifft, kommt sofort die Vorahnung, dass das "G“ für "Gutmütig“ stehen muss. Er lächelt stets freundlich milde und strahlt Verständnis für alles aus.

Doch Lars G. Josefsson ist einer, der ganz gradlinig seinen Weg geht, sich nicht in Aktionismus verliert und manchmal auch unliebsame Hindernisse aus dem Weg räumen muss. So wie jetzt, wo er den Chef der deutschen Vattenfall -Tochter, Hans-Jürgen Cramer, bestenfalls in die Schranken weisen, vermutlich aber in die Wüste schicken will.

Dass dies nur vier Monate nach dem Rauswurf von Cramers Vorgänger Klaus Rauscher geschieht – Schwamm drüber. Dass Josefsson selbst Cramer auf den Posten gehievt hat – möglicherweise zählte eine Übergangslösung zum Konzept.

Der passionierte Jäger Josefsson hat nämlich wichtigere Ziele im Visier: Er will sich auf der europäischen Energie-Karte richtig positionieren. Und da stören Alleingänge oder Tatenlosigkeit. Beides, so flüstert man in der Stockholmer Konzernzentrale hinter vorgehaltener Hand, habe sich Cramer zuschulden kommen lassen: Er habe sich aus der energiepolitischen Debatte in Deutschland nahezu herausgehalten und sei bei Umweltschutzzusagen zu spendabel gewesen. Cramer soll dem Hamburger Umweltsenator Axel Gedaschko weitere 150 Millionen Euro für den Umweltschutz beim Bau eines Kohlekraftwerks zugesagt haben.

Wie diese Stockholmer Kritik mit der Ernennung Josefssons zum Klimaberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel passt, bleibt vorerst ein Geheimnis.

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