Lars Hamich
Enfantterrible und Index-Erfinder

Sein Kleidungsstil würde bei so mancher Großbank nicht mal am Casual Friday durchgehen: In Jeans und T-Shirt, mit Bürstenschnitt und Dreitagebart ähnelt Lars Hamich eher einem Computerfreak als einem Broker. Trotzdem ist er ein gefragter Mann.

FRANKFURT. Krawatten kennt er nicht, Anzüge zieht er kaum an, doch seine Jobs in der hochseriösen Bankenbranche kann sich Lars Hamich trotzdem aussuchen. Denn obwohl der 39-Jährige in Jeans und T-Shirt, mit Bürstenschnitt und Dreitagebart eher an einen Computerfreak erinnert als an einen Broker, ist der Wirtschaftsmathematiker ein begehrter Mann.

Denn er erfindet Indizes und auf ihnen basierende Fonds - Produkte, in die viele Anleger in den Zeiten von Kreditkrise und Aktienschwäche flüchten. Seine bekanntesten "Babys" kennt heute jeder: den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 und den Stoxx 50, die die 50 größten europäischen Aktiengesellschaften abbilden.

Den Mix aus Wirtschaft und Mathematik fand er schon als Zehntklässler spannend, zumal er bei einer Tour durch die Universitäten feststellte, dass in Bielefeld keine Durchschnittsnoten-Eintrittskarte nötig war und sich damit der Aufwand zum Abitur in ökonomisch vertretbaren Grenzen hielt: "Die drei Jahre Oberstufe habe ich sehr genossen", sagt er rückblickend.

1 500 Indizes quer durch alle Kontinente, Länder und Branchen hat Hamich in den vergangenen zwölf Jahren entwickelt, erst für die Deutsche Börse, dann für den amerikanischen Wirtschaftsdienst Dow Jones, der die Firma Stoxx kaufte. Legendär sind in Frankfurt und New York die gequälten Gesichter der Pressedamen, die meist vergebens flehten: "Lars, wir haben morgen eine wichtige Präsentation, bitte zieh? Dir einen Anzug an und komm mit Krawatte!" Hamich gab nach - manchmal, meistens aber nicht, denn die Kunden wollten das "Alpha-Tier", als das er heute noch gilt. Denn seine Indizes und Indexfonds warfen mehr ab als die Masse, jene Überrendite, die in der Branche Alpha genannt wird und Hamich zu ihrem Leitwolf machte. Als Geschäftsführer für alle Märkte außerhalb der USA machte er das einstige Startup-Unternehmen zu Europas Marktführer für Indizes.

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