Lars Windhorst
Schwarzer Tag für das Ex-Wunderkind

Lars Windhorst gründet mit 15 Jahren seine eigene Firma und gilt als Jungstar der deutschen Wirtschaft. Dann kommt der Absturz. Jetzt muss seine Firma 29 Millionen Euro zahlen.

DÜSSELDORF. Der 30. Juli 2008 wird Lars Windhorst wohl eine Weile in Erinnerung bleiben. Am frühen Nachmittag ist der 31-jährige Jungunternehmer gut gelaunt und plant schon den nächsten Deal in seiner noch jungen Karriere als Geschäftsführer von Vatas, einer Beteiligungsgesellschaft in Berlin. Innerhalb von wenigen Minuten dann erreichen ihn zwei Meldungen, die seinen Spielraum als Geldmanager stark einschränken. Mindestens.

29,4 Millionen Euro. So viel muss Windhorsts Firma nach einer Entscheidung des Landgerichts Berlin an seinen Ex-Geschäftspartner und heutigen Widersacher Audley Capital zahlen. Für Windhorst ist das Urteil genauso unerwartet wie unverständlich. Für Mittwoch, den ersten Verhandlungstag, hatte er lediglich mit einem ersten Abklopfen der Argumente und Gegenargumente gerechnet. Stattdessen fällt der Richter gleich ein Urteil: Vatas, Windhorsts Firma, muss zahlen.

Hintergrund ist ein misslungenes Gemeinschaftsprojekt zwischen Vatas und Audley. Beide investierten 2007 Millionenbeträge in den Altersheimbetreiber Curanum. Aktuell hält Vatas 12,2 Prozent an dem Münchener Unternehmen, Audley 12,8 Prozent. Audley aber kaufte seine drei Millionen Aktien zum Stückpreis von rund 8,50 Euro nur, weil es eine Zusage von Vatas gab, dieses Paket im April zum Preis von 9,80 Euro je Aktie wieder abzunehmen.

Im Hintergrund stand die Annahme, Curanum werde bald von einem anderen Investor übernommen – natürlich mit einem Aufschlag für die Aktionäre. Im Gespräch war ein Kaufpreis von zwölf Euro pro Aktie.

Doch die Sache ging schief. Es kam kein Investor, und die Aktie fiel auf fünf Euro. Als Audley seine Option zog und die Aktien für 9,80 Euro an Vatas abgeben wollte, lehnte Windhorst ab. Daraufhin verklagte ihn der Hedge-Fonds und zeigte Windhorst wegen Insolvenzverschleppung an. Denn Audley liegt eine E-Mail vor, in der Windhorst sich dafür entschuldigt, derzeit nicht zahlen zu können: Alle Konten von Vatas seien verpfändet.

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