Laurens van den Acker
Renault-Design: Wie es euch gefällt

Laurens van den Acker mag es schlicht: Oft sieht man den Designer ohne Krawatte und in Turnschuhen. Auch als neuer Chefdesigner bei Renault soll der Niederländer den Publikumsgeschmack besser treffen als sein Vorgänger Patrick Le Quément. Die Designlegende hatte zuletzt das Vertrauen des Vorstands verloren.

PARIS. Statt Anzug trägt er lieber ein offenes schwarzes Hemd mit T-Shirt darunter und dazu grelle Puma-Turnschuhe. Eine Krawatte hält der neue Mann für die Zukunftsautos bei Renault offenbar gar nicht für nötig. Der 43-jährige Laurens van den Acker soll das Design des französischen Autoherstellers revolutionieren. Mitten in der Krise tritt Chefdesigner Patrick Le Quément (64) ab, der 22 Jahre lang der Marke ihr Gesicht gab und als einer der einflussreichsten Designer der Branche gilt. Mit van den Acker beginnt eine neue Ära.

Das äußere Erscheinungsbild nimmt bei den Autokonzernen einen immer größeren Stellenwert ein, ohne zukunftsweisendes Design stimmt auch die Kasse nicht mehr. Van den Acker soll die Autos entwerfen, die ab 2012 auf den Markt kommen. Nach Le Quément, der für eine individuelle, exzentrische Form stand, folgt van den Acker, der bekannt ist für gefälliges Design, das dem modernen Publikumsgeschmack entspricht.

Er tritt bei Renault mit einem ganz klaren Anspruch an. „An einem Auto muss man vorbeilaufen, stehen bleiben, den Kopf herumreißen und noch einmal zurückgehen“, erklärte er kürzlich. Auffallende Autos waren schon immer seine Leidenschaft. Bereits als Jugendlicher hatte er sein Zimmer mit Autopostern der 70er-Jahre tapeziert.

Die Renault-Modelle könnten unter ihm eine fließendere und elegant- sportliche Linie erhalten. Der Holländer war seit 2006 Designchef bei dem japanischen Autokonzern Maz-da, wo Design eine wichtige Rolle spielt. Er setzte auf die Natur und führte das Nagare-Designkonzept ein: fließende, der Natur entlehnte Formen – rauschendes Wasser, wogende Wellen, Blätter im Wind.

Der Holländer hat nach dem Diplom in Industriedesign an der Technischen Universität im holländischen Delft seine ganze Karriere außerhalb seiner Heimat verbracht. Er arbeitete zuerst für Designfirmen in Italien, außerdem bei Ford in den USA. Er war auch bei Audi in Ingolstadt und spricht deshalb außer Hol-ländisch, Italienisch und Englisch auch gut Deutsch.

Seine Jobs auf mehreren Kontinenten sieht er als Vorteil: „Das gibt mir nicht nur Arbeits- , sondern auch Lebenserfahrung. Man findet dabei viel über Kulturen heraus.“ Das dürfte ihm dabei helfen, den Publikumsgeschmack weltweit zu treffen. So sieht das auch Ford-Chefdesigner J Mays, der den Holländer sehr schätzt: „Laurens globale Erfahrung als Marken- und Produktstratege machen ihn einzigartig qualifiziert.“

Seite 1:

Renault-Design: Wie es euch gefällt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%