Leif Johansson
Volvo-Vorstandschef räumt den Fahrersitz

Leif Johansson, Chef des weltweit zweitgrößten Lkw-Herstellers Volvo, wird im Sommer 2011 von seinem Amt zurücktreten. Der 59-Jährige steht seit 14 Jahren an der Spitze des Konzerns. Einen Nachfolger hat er bisher nicht.
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STOCKHOLM. Im kommenden Sommer wird Leif Johansson 60 Jahre alt - für ihn ein idealer Zeitpunkt, um die operative Leitung einem noch nicht bestimmten Nachfolger zu übergeben.

"Meine 14 Jahre als Volvo-Chef waren eine fantastische Zeit, aber irgendwann muss man aufhören", erklärte Johansson. Auch sein Mandat im Aufsichtsrat des Unternehmens will er abgeben. Johansson betonte, dass er keinen neuen Job als CEO anstrebe. Denkbar seien allerdings Aufsichtsratsmandate. Der Rücktritt von Johansson kam nicht völlig überraschend, da er in der Vergangenheit öfter angedeutet hatte, mit 60 in den Ruhestand zu gehen.

Unter seiner Führung trennte sich Volvo 1999 von seiner Pkw-Sparte. Johansson verkaufte sie an den US-Konzern Ford, der die Tochter in diesem Frühjahr an den chinesischen Autobauer Geely weiter veräußerte. Johansson versuchte ebenfalls eine Fusion mit dem einheimischen Konkurrenten Scania. Das Vorhaben scheiterte allerdings am Veto der EU-Kommission, die wettbewerbsrechtliche Bedenken geltend machte.

Mehr Glück hatte Johansson dagegen mit der Lkw-Sparte von Renault und dem US-Lkw-Bauer Mack Trucks, die Volvo im Jahr 2000 übernahm. Seit dieser Zeit ist Renault Volvos größter Einzelaktionär mit einem Kapitalanteil von 6,8 Prozent. Vor drei Jahren fädelte der begeisterte Segler Johansson außerdem die nahezu komplette Übernahme des japanischen Konkurrenten Nissan Diesel ein.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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