Leiharbeit in der Bank
Vertrauen? Das muss erst wachsen

Die Banken brauchen Mitarbeiter – dringend. Manche Institute behelfen sich mit Leiharbeitern von Zeitarbeitsfirmen. Die Kunden jedoch brauchen Kontinuität, um Vertrauen zu entwickeln. Von unternehmensfremden Beschäftigten droht dabei sogar eine unmittelbare Gefahr für sensible Daten.

„Der Bedarf an Bankfachleuten ist deutlich höher als noch vor zwölf Monaten“, berichtet Karl-Joachim Brand, Manager bei der Personalvermittlung Robert Half International. Besonders gefragt sind Firmenkundenberater, Fondsbuchhalter, Kreditsachbearbeiter und -analysten. Brand: „Die Anfragen sind um mehr als 30 Prozent gestiegen.“

Manpower, DIS oder spezialisierte Arbeitskräfteverleiher wie Amadeus Fire berichten Ähnliches. Auch Adecco verleiht immer mehr Leute an Finanzhäuser: „An kleine, regionale Banken, mittelständische, aber auch große Finanzinstitute und internationale Großbanken“, beschreibt Mario Sestan, Manager bei Adecco in München seine Kunden. „Schwerpunkt sind Leute mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung im Rechnungswesen, im Controlling, Kreditspezialisten oder Privat- und Firmenkundenberater.“

Der Grund für den Boom ist, dass den Banken nach dem massiven Stellenabbau der vergangenen Jahre Leute fehlen. Vor allem die Deutsche Bank macht es den Wettbewerbern vor, wie man durch Leiharbeitnehmer Personalkosten senkt. Sie hat seit eineinhalb Jahren begonnen, einzelne Geschäftsbereiche auszugliedern und dafür eigene Töchter gegründet wie HR Solution – die Ex-Personalabteilung – , die Konsul Inkasso und die Kredit Service. Wer in der neuen Kredit-Service-Zentrale in Duisburg anfängt, wird in der Regel erst sechs Monate von der Frankfurter Firma Bankpower ausgeliehen. Bankpower ist ein Joint Venture der Zeitarbeitsfirma Manpower und der Deutschen Bank.

In den drei Tochtergesellschaften sind – laut Deutscher Bank – 650 Beschäftigte angestellt. Doch auch in den übrigen Bereichen der Deutschen Bank arbeiten Zeitarbeitskräfte, nach Deutsche-Bank-Angaben sind rund zwei Prozent der Belegschaft Zeitarbeiter. Sie arbeiten im Telefoncenter oder scannen Dokumente ein.

Bei einigen Banken arbeiten die Miet-Mitarbeiter dagegen auch in der Schalterhalle. Die Praxis, Zeitarbeitskräfte auch direkt auf Kunden loszulassen, ist jedoch riskant. „Zeitarbeitslösungen sind in der Kundenberatung aus Diskretions- und Qualitätsgründen für uns nicht denkbar“, betont Reinhard Krafft, Leiter des Private Banking bei Sal. Oppenheim jr. & Cie. in Köln. „Wir können nur über sehr qualifizierte Mitarbeiter und gewachsene, persönliche Kontakte den hohen Ansprüchen unserer Kunden gerecht werden.“

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