Leitfaden für Führungskräfte
Das kleine Mobbing-Einmaleins

Auch wenn der Begriff zuweilen inflationär gebraucht wird und ein miserabler Führungsstil noch lange kein Mobbing ist: Psychoterror am Arbeitsplatz ist noch lange nicht out und schon gar nicht von gestern. Was Personalmanager und Führungskräfte wissen müssen, um Mobbing zu erkennen, und wie sie damit umgehen sollten.

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN. Nach wie vor herrscht allerdings Unsicherheit und Unkenntnis darüber, was überhaupt Mobbing ist, welche Auswirkungen Mobbing hat und was gegen Mobbing unternommen werden kann. Wie erkenne ich, ob jemand tatsächlich von Mobbing betroffen ist? Oder wird der Begriff Mobbing einfach nur inflationär benutzt, wenn es Ärger gibt?

Die Statistik

Jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter ist schon einmal im Verlauf ihrer Berufstätigkeit gemobbt worden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat in Untersuchungen festgestellt, dass in einem Unternehmen oder einer Verwaltung mit 100 Beschäftigten drei Beschäftigte aktuell von Mobbing betroffen sind. Interessant auch die Einschätzung der befragten Mobbing-Opfer aus dem Jahr 2002, dass sie selten Einzelfälle waren.

Frauen sind stärker von Mobbing betroffen, ihr Mobbing-Risiko liegt um 75 Prozent höher als das der Männer. Einer der Gründe: Nach wie vor sind Frauen weniger in vorgesetzten Positionen vertreten, sondern erheblich mehr in nachgeordneten Bereichen tätig. Nach Untersuchungen von Professor Dieter Zapf, Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Frankfurt am Main, finden über 70 Prozent der Mobbingfälle unter Mitwirkung von Vorgesetzten statt.

Was Mobbing ist

Um Mobbing nicht mit normalen Ärgernissen oder Spannungen - wie sie im täglichen Arbeitsleben vorkommen - zu verwechseln, ist es wichtig, Mobbing genau zu betrachten. Das ist auch deshalb wichtig, um einem inflationären Gebrauch des Begriffes Mobbing entgegenzutreten. Meinungsverschiedenheiten, Spannungen innerhalb eines Teams, einer Abteilung, schlechte Laune der Führungskraft oder ein miserabler Führungsstil können das Klima am Arbeitsplatz vergiften, sind aber kein Mobbing.

Auch sind das Überwachen der Arbeitsergebnisse und -ziele sowie die Kontrolle des Einhaltens von Arbeitszeiten durch Führungskräfte keine Mobbinghandlungen. Im Gegenteil: Gerade dort, wo Führung nicht stattfindet, wo Führungskräfte keine Entscheidungen treffen oder konfliktscheu sind, dort blühen die Konflikte auf und dort tritt auch Mobbing häufiger auf.

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