Licht-Konzern
Osram verliert Goetzeler als Vorstand

Jetzt steht fest, dass Osram einen neuen Vorstand braucht. Der Aufsichtsrat bestätigte einen Bericht, nachdem Martin Goetzeler das Unternehmen verlässt. Dabei hat Osram mit Börsengang und Stellenabbau schon gut zu tun.
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MünchenOsram hat mitten in den Vorbereitungen für den Börsengang ein neues Problem: Der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Martin Goetzeler nimmt Ende März seinen Hut. Jetzt muss die Osram-Mutter Siemens rasch einen Nachfolger finden, der sich auch mit der Zukunftstechnologie LED auskennt.

Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm sagte am Freitag in München: „Wir werden zeitnah über die Ergänzung des Vorstands der Osram AG beraten und entscheiden.“ Bis dahin sollen Vorstandschef Wolfgang Dehen und Finanzvorstand Klaus Patzak die Geschäfte allein führen. Goetzeler hatte die Siemens-Lichtsparte von 2005 bis März 2011 geführt und war dann vom vormaligen Siemens-Vorstand Dehen abgelöst worden - seither war Goetzeler nur noch für das Tagesgeschäft bei Osram zuständig. Das Aufsichtsratspräsidium stimmte jetzt Goetzelers Wunsch zu, seinen Vertrag zum 31. März vorzeitig zu beenden. Der bayerische IG-Metall-Sprecher und Osram-Aufsichtsrat Michael Knuth sagte, ein Vorstand mit nur zwei Mitgliedern könne keine Dauerlösung sein. Mit der Vorbereitung des Börsengangs und dem technologischen Wandel zur digitalen LED-Technik habe die Führung enorme Aufgaben zu stemmen. Ob Osram einen internen Nachfolger findet oder einen Experten von außen holt, scheint noch offen zu sein.

Das Traditionsunternehmen hat durch den Technologiesprung auf dem Lichtmarkt plötzlich asiatische Elektronikriesen wie LG oder Samsung als Konkurrenten. In Deutschland will Osram in den nächsten drei Jahren 1.000 der 10.000 Stellen streichen. Der zunächst schon für 2011 geplante Börsengang soll nach derzeitiger Planung im nächsten Halbjahr über die Bühne gehen und auch Geld für Investitionen in die Kasse bringen. Russwurm sagte, der Aufsichtsrat unterstütze den Vorstand auf dem eingeschlagenen Weg, insbesondere bei den weiteren Vorbereitungen der angestrebten Börsenplatzierung.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte berichtet, mit seinem Weggang erhalte Goetzeler mehr als 2 Millionen Euro und dürfe ein Jahr lang nicht zu einem Wettbewerber wechseln. Der 50-Jährige hatte nach seiner Ablösung als Chef offen gesagt, es sei für ihn „keine leichte Entscheidung“ gewesen, nach sechs Jahren an der Spitze plötzlich als bloßes Vorstandsmitglied weiterzumachen. Er war schon seit 1999 bei Osram.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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