Management
Lockheed-Chef tritt unerwartet ab

Der Chef des größten US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin Corp., Vance Coffman, hat überraschend seinen Stuhl geräumt

HB/tom DÜSSELDORF. Im August will er die Führung an den derzeit zweiten Mann im Konzern, Robert J. Stevens, übergeben. Coffman bleibt bis zur Hauptversammlung 2005 Verwaltungsratsvorsitzender, teilte Lockheed Martin mit.

Trotz des überraschenden Schritts des Lockheed-Chefs sehen Analysten keine Anzeichen dafür, dass Coffman zum Rückzug gezwungen wurde: „In den vergangenen Jahren ist es recht gut für Lockheed gelaufen“, sagte Paul Nisbet von JSA Research Associated Press. Coffman leitet das Unternehmen seit 1997 und ist 37 Jahre bei Lockheed Martin tätig. Der Konzern hatte 2003 einen Umsatz von 32 Mrd. $ und führt vor Boeing die Rangliste der größten US-Rüstungskonzerne an.

Coffman hatte den Chefposten bei Lockheed in einer schwierigen Lage übernommen: Das Unternehmen war gerade mit Martin Marietta fusioniert und mit rund 12 Mrd. $ Schulden belastet. Der Lockheed-Chef musste Massenentlassungen durchsetzen und drückte die Kosten. Der Konzern baut Kampfflugzeuge wie die F/A-22 und den Joint Strike Fighter, der allerdings auch immer wieder wegen Verzögerungen im Programm in der Kritik steht.

Der in Bethesda im US-Staat Maryland ansässige Rüstungsriese war 2003 mit 21,9 Mrd. $ der mit Abstand größte Empfänger von Geldern aus dem US-Verteidigungsbudget. Coffmans Führung war jedoch nicht immer glücklich: So scheiterte die von ihm betriebene Übernahme des Konkurrenten Northrop Grumman am Einspruch des Pentagon.

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