Löscher-Vertrauter
Siemens-Rechtsvorstand Solmssen tritt ab

Der letzte Vertraute des einstigen Vorstandschefs Löscher die Siemens-Konzernspitze: Der Rechtsvorstand Peter Solmssen scheidet Ende des Jahres aus. Sein Nachfolger steht bereits fest.
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MünchenSiemens-Rechtsvorstand Peter Solmssen verlässt als letzter Vertrauter des einstigen Vorstandschefs Peter Löscher die Konzernspitze. Der Amerikaner scheide zum 31. Dezember aus, teilten die Münchner am Mittwoch mit. Sein Vorstandsbereich werde unmittelbar Konzernchef Joe Kaeser zugeordnet. Sein Abschied war nach dem Abgang mehrerer Fahrensleute Löschers seit Monaten erwartet worden.

Löscher hatte den heute 58-Jährigen 2007 im Zuge der Schmiergeldaffäre vom Rivalen GE zu Siemens gelotst, wo er ein Anti-Korruptionssystem aufbaute. Ihm gelang es, dass die Strafe für Siemens von der US-Börsenaufsicht sehr mild ausfiel. Dieser Verdienst sicherte ihm im Konzern in der Folge viele Vorzüge. Siemens spendierte ihm ein vergleichsweise üppiges Gehalt, hohe Pensionsansprüche und Umzugskosten. Das Unternehmen stand auch für die Kosten der rechtlichen Klärung offener Steuerfragen gerade.

Beim Ausstieg passierte ihm aus der Atom-Partnerschaft mit der französischen Areva ein teurer Fehler. Er folgte dem Urteil seiner Advokaten und ließ seinen Chef gewähren, sich Knall auf Fall von den Franzosen abzuwenden und gleichzeitig mit der russischen Rosatom anzubandeln. Areva klagte, Siemens verlor rund 650 Millionen Euro plus Zinsen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Siemens "spendierte" ist eine unpassende hämische Diktion, des Handelsblattes nicht würdig. Solmssen war in ungekündigter Stellung als Vice President bei GE Medical UK; um ihn zu gewinnen, musste Siemens ein konkurrenzfähiges Angebot machen. Das hat nichts mit "spendieren" zu tun. Solmssen hat dafür auch "geliefert".
    Dass ein Schiedsgerichtsverfahren entgegen der wirklichen Rechtslage erfolglos ist, ist manchmal unvermeidbar; Schiedsrichter unterliegen übrigens keinerlei Kontrolle, und Siemens hat der Bestechung endgültig abgeschworen (anders als Areva, die Franzosen sehen vielleicht alles nicht so eng)

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