Lotto-Streit wirft Frage nach fehlerhaften Spielquittungen auf
Beim Lottogewinn endet die Freundschaft

Der Streit zwischen drei ehemaligen Freunden aus der Pfalz um einen Lottogewinn von 7,3 Millionen Euro beschäftigt derzeit die Justiz in Rheinland-Pfalz.

HB KOBLENZ. In dem Zivilverfahren vor dem Koblenzer Landgericht stand bisher eine fehlerhafte Gewinnquittung von Lotto Rheinland-Pfalz im Zentrum des richterlichen Interesses.

Dabei räumte die Koblenzer Lottogesellschaft vor Gericht ein, dass möglicherweise jede tausendste Spielquittung fehlerhaft ist. Am Freitag will die Kammer ihr Urteil verkünden. Um fehlerhafte Quittungen wird es dabei jedoch vermutlich nicht gehen.

Rückblende: Im Oktober 2003 gewinnt ein Monteur aus Rodalben im Lotto rund 7,3 Millionen Euro. Sein Geld will der 50-Jährige, der mit einer Kundenkarte gespielt hatte, nicht auf sein Konto überwiesen haben. Er fährt nach Koblenz, legt den Lotto-Mitarbeitern die für die Auszahlung notwendige Spielquittung und Kundenkarte vor und erhält den Gewinn in vier Schecks ausbezahlt. Die Kundenkarte, mit deren Hilfe die Daten des Spielers und der Spielvorgang um 20.11 Uhr am 17. Oktober 2003 online nach Koblenz transferiert wurden, beweist den Mitarbeitern von Lotto Rheinland-Pfalz eindeutig, dass der rechtmäßige Gewinner vor ihnen steht. Ihre Frage, ob er denn auch alleine gespielt habe, beantwortete der Monteur mit "Ja".

Das bestreiten aber ein 34-jähriger Dachdecker und ein 54- jähriger Handelsvertreter. Sie klagen vor dem Koblenzer Landgericht auf ihre Gewinnanteile von je 2,4 Millionen Euro, weil zwischen ihnen und dem Monteur eine Tippgemeinschaft bestanden habe. Ihre drei Namen hätten sie auf die Rückseite der Spielquittung geschrieben.

Im Januar beschäftigte sich das Koblenzer Gericht zum ersten Mal mit dem Fall. Es nahm die Spielquittung des Millionengewinns, auf der angeblich die Namen der Lottospieler gestanden haben, näher unter die Lupe. Die Kammer lud als Zeugen den Justiziar von Lotto Rheinland-Pfalz, Christoph Röser. Dieser gab zu Protokoll, dass auf der Quittung der Name des Inhabers der Kundenkarte ebenso fehlen würden wie Datum und Zeit der Abgabe und die Abgabestelle, der Strichcode sowie die Spielquittungsnummer, die nochmals alle relevanten Angaben enthält.

Der Justiziar gab an, dass es bei Lotto Rheinland-Pfalz "im Promillebereich" zu fehlerhaften Spielquittungen kommen könnte. Die Gründe liegen nach Angabe des Juristen möglicherweise bei den Druckern in den Annahmestellen oder im Hardware- oder Softwarebereich.

Nach Angaben von Lotto werden in den 1 600 Lotto-Annahmestellen in Rheinland-Pfalz und Luxemburg jede Woche rund eine Million Spielaufträge abgegeben. Die von ihrem Justiziar genannten fehlerhaften Quittungen "im Promillebereich" würden zwar rechnerisch mindestens 1 000 fehlerhafte Spielquittungen pro Woche bei Lotto Rheinland-Pfalz bedeuten, bestätigt Lotto-Sprecher Clemens Buch.

"Aber es sind keine 1 000 fehlerhaften Spielquittungen pro Woche", bekräftigt er. Solche fehlerhafte Spielquittungen kämen "mit einer Seltenheit vor, die gegen Null tendiert. Das kommt praktisch nicht vor", relativiert Buch die Aussage des Justiziars.

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