Lottomonopol gelockert
Goldrausch bei den Glücksspielern

Die privaten Lottovermittler jubeln: Das Bundeskartellamt hat ihnen den Weg frei gemacht für die Annahme von Tippscheinen in Supermärkten und an Tankstellen. Die staatlichen Lottogesellschaften mussten zurückstecken. Wie groß die Freude bei den Privaten ist, ließ sich in den Aktienkursen der Glücksspielanbieter Fluxx und Tipp 24 ablesen.

HB HANNOVER. Das Bundeskartellamt machte am Montag in einer "sofort vollziehbaren Entscheidung" den Weg dafür frei, dass private Lottovermittler tausende neue Annahmestellen für staatliche Lotterien wie "6 aus 49", Spiel 77 oder Oddset eröffnen können. Gleichzeitig untersagte es den 16 staatlichen Landes-Lottogesellschaften, weiterhin den Markt regional unter sich aufzuteilen.

"Jetzt gibt es eine einwandfreie rechtliche Grundlage", sagte ein Fluxx-Sprecher am Montag. Damit sei es leichter, in Filialen von Supermärkten und Tankstellen Terminals zum Lottospielen aufzustellen. Die Lottogesellschaften hätten versucht, Fluxx darin zu boykottieren. Die Aktie der in Altenholz bei Kiel ansässigen Fluxx legte zeitweise um 45 Prozent zu. Die Papiere des Online-Lottoanbieters Tipp 24 stiegen zeitweise um fast sieben Prozent, obwohl das Hamburger Unternehmen nach eigenen Angaben von der Entscheidung nicht direkt betroffen ist.

Die Kartellwächter wollen mehr Wettbewerb in der deutschen Lotto- und Totobranche erzwingen, die im vergangenen Jahr 9 Mrd. Euro umsatz machte. Bisher hatten die 16 staatlichen Landes-Lottogesellschaften nach Einschätzung von Kartellamtspräsident Ulf Böge jeden ernsthaften Wettbewerb im Keim erstickt, weil sie gemäß dem deutschen Lotteriestaatsvertrag jeweils nur in ihrem Bundesland tätig waren.

Die einzige Herausforderung für die staatlichen Lottogesellschaften waren die privaten Spielevermittler, die per Internet, Post oder Telefon die staatlichen Lotterien vermittelten. Doch versuchte der Deutsche Lotto- und Totoblock Böge zufolge auch hier den Wettbewerb so gering wie möglich zu halten. Als Fluxx und Co. den mehr als 25 000 Lotto-Annahmestellen mit Tippautomaten an Tankstellen und Supermärkten Konkurrenz machen wollten, hätten die Lottogesellschaften kurzerhand beschlossen, die Scheine nicht anzunehmen, berichtete Böge.

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