Luc Vandevelde verlässt Marks & Spencer nach wachsender Kritik
Als Sanierer gescheitert

Ein Abgang auf Raten: Luc Vandevelde, Chairman des britischen Traditionskaufhauses Marks & Spencer (M&S), wird sein Amt aufgeben. Nach vier Jahren kehrt der Belgier, der vor knapp einem Jahr schon den Vorstandsvorsitz aufgegeben hatte, komplett zum französischen Handelsriesen Carrefour zurück. Die M&S-Aktionäre hatten zuvor Kritik daran geäußert, dass ihr Aufsichtsratschef einen Vorstandsposten bei Carrefour angenommen hatte. Der 52-Jährige gilt als Kandidat für den Chefposten bei der größten europäischen Handelskette.

LONDON. Vandevelde wird aber Chairman bei M&S bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Zu den Kandidaten für seinen Posten gehören Stuart Rose, Chef der Modekette Arcadia, David Varney, Chairman von Mobilfunker O2, Derek Higgs, Vize-Chairman von British Land, und Ex-Vodafone-Chef Chris Gent.

Vor seinem Wechsel zu Marks & Spencer arbeitete Vandevelde 24 Jahre lang beim Lebensmittelkonzern Kraft und übernahm danach die Führung der französischen Supermarktkette Promodes, die später von Carrefour übernommen wurde. 2000 war er als Sanierer an die Spitze des krisengeschüttelten Konzerns geholt worden. In letzter Zeit teilte Vandevelde seine Arbeitskraft gleich auf mehrere Vorstands- und Aufsichtsratsposten auf. Als er 2003 sein Amt als Chairman auf einen Halbtagsjob reduzierte, gab es darum Kritik. Vandevelde habe zu viele Aufgaben und zu wenig Zeit für die Strategie von Marks & Spencer, hieß es.

Auch die Höhe seines Gehalts sorgte für Ärger. Zuletzt ließ er sich deshalb nur noch in Aktien bezahlen. Das Nobel-Appartement in London samt Limousine stellte aber weiter der Konzern. Vandevelde lebt mit Frau und einem Sohn in Paris.

Bei M&S hatte „Lucky Luc“ keinen dauerhaften Erfolg. Der Umsatz sinkt, der Konzern verliert weiter Kunden. War unter Vandevelde die Aktie erst auf 427 Pence gestiegen, liegt sie heute wieder bei 274 Pence – in etwa dort, wo sie auch bei seinem Start stand.

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