Luca de Meo
Volkswagen spielt die italienische Karte

Marketing-Vorstand Luca de Meo wechselt überraschend von Fiat zum Erzrivalen Volkswagen nach Wolfsburg

FRANKFURT/MAILAND. Ende September gibt sich Luca de Meo noch kämpferisch. Der Fiat-Marketingchef mit dem dichten schwarzen Haar und den schweren Augenlidern sitzt in der angesagten King-Kamehameha-Suite in der Frankfurter City mit einer Handvoll Journalisten zusammen und sieht trotz Krise keinen Anlass, die ambitionierte Absatzzahl von 300 000 Autos pro Jahr für die Fiat-Tochter Alfa Romeo zurückzunehmen. "Die Fiat-Gruppe hat dieses Ziel ausgegeben, und ich bin derjenige, der es schaffen muss", sagt der Manager zu später Stunde und streicht sich seine Krawatte glatt.

Gerade erst hat der 41-Jährige, der auch Chef der Fiat-Töchter Alfa Romeo und Abarth ist, von der Strategieberatung Booz & Company die Auszeichnung als Marketingmanager des Jahres erhalten. Doch gut drei Monate später ist klar: Der Kampf des Luca de Meo für Fiat hat ein Ende gefunden. Der studierte Betriebswirt geht zum Konkurrenten Volkswagen als neuer Marketingchef. Branchenkreise bestätigten gestern dem Handelsblatt eine entsprechende Vorabmeldung des Fachblatts "Auto, Motor und Sport". Offiziell kommentierten weder Fiat noch Volkswagen den Wechsel zum Erzrivalen in Wolfsburg.

Welche Aufgaben der Italiener genau im größten Autokonzern Europas übernimmt, darüber herrschte gestern auch bei Insidern noch Rätselraten. Bekannt ist nur, dass Volkswagen bereits seit längerem auf der Suche nach einem Vertriebs- und Marketingvorstand ist, der den 66-jährigen Ex-Skoda-Chef Detlef Wittig ersetzen kann. Ein neuer Manager soll die Markenführung im Konzern besser justieren und auch stärker Controllingaufgaben wahrnehmen.

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