Luftfahrt
Tony Fernandes: Ein Rockstar im Himmel

Mit den Manieren eines Rockstars wirbelt Ex-Musikmanager Tony Fernandes die Luftfahrtbranche durcheinander. Seine Billig-Airline soll zukünftig auch Langstrecken fliegen. Experten sind skeptisch - und befürchten, dass der Newcomer sich eine blutige Nase holt.

LONDON. Tony Fernandes steht unter Strom. Er ist um fünf Uhr aufgestanden und hat schon einige Interviews hinter sich, aber sein Elan ist an diesem Nachmittag im Büro seiner Londoner PR-Agentur ungebrochen. Gestenreich erklärt der wohlgenährte 45-Jährige im offenen weißen Hemd, wie er schaffen will, was noch keinem gelang: mit einem Billigflieger das Langstreckengeschäft aufzumischen. Gestern feierte er den Jungfernflug seiner Air Asia X von Kuala Lumpur nach London-Stansted mit einer Party im 29. Stock des Londoner Millbank Towers.

"Wir revolutionieren die internationale Luftfahrt", tönt Fernandes. Nebenbei hält er zwei Blackberrys und ein iPhone in Betrieb. Hier rasch eine Mail gelesen, dort den Anruf der Tochter an den PR-Berater weitergereicht: "Erklär ihr doch mal eben den Weg." Gleich will er übrigens noch eine Runde Squash spielen. Doch wo waren wir?

Irgendetwas ist an der Airline-Branche, das die extrovertierten Typen magisch anzieht. Es fällt schwer, nicht an Stelios Haji-Ioannou zu denken, den Gründer von Easyjet, oder an Richard Branson, der mit Virgin Atlantic den Transatlantikverkehr belebte. Mit beiden verbindet Fernandes nicht nur der Spaß großer Jungs am Fliegen und am Business. Der Mann aus Malaysia hat nach dem Studium in London tatsächlich zwei Jahre als Buchhalter in Bransons Imperium gearbeitet, und er nennt Easyjet als Vorbild.

"Schon mit sieben Jahren habe ich meinem Vater gesagt, dass ich mal ein Flugzeug besitzen will", strickt er an der Legende. "Die Luftfahrt ist meine dritte große Liebe neben Musik und Sport", sagt er und fügt grinsend hinzu, "wahrscheinlich wegen der Stewardessen." Als Sportler posiert er auf seiner Homepage: mit einem über dem Bauch etwas spannenden Trikot bei Cricket und Fußball. In der Musik brachte er es an der Gitarre und am Klavier zu gehobenem Amateurstatus, aber für die Karriere als Rockstar reichte es nicht.

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