Luftfahrtkonzern

Airbus weist Bericht über Enders-Abschied zurück

Airbus-Chef Tom Enders soll laut einem Zeitungsbericht keine Verlängerung seines im April 2019 auslaufenden Vertrags anstreben. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern bezeichnet das aber als „reine Spekulation“.
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Der Deutsche Tom Enders steht seit 2012 an der Spitze des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Quelle: dpa
Tom Enders

Der Deutsche Tom Enders steht seit 2012 an der Spitze des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns.

(Foto: dpa)

ToulouseDer europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat einen Medienbericht, dass Konzernchef Tom Enders seinen Job 2019 abgeben wolle, als „reine Spekulation“ bezeichnet. „Es ist keine Entscheidung getroffen worden, und was wir heute in der französischen Presse sehen, ist reine Spekulation“, teilte ein Airbus-Sprecher am Dienstagabend mit.

Die Zeitung „Le Figaro“ hatte zuvor berichtet, Enders wolle sich nicht für eine neue Amtszeit nach Ablauf seines derzeitigen Vertrags bewerben, der im Jahr 2019 endet. Das Blatt berief sich auf eine „gute Quelle“, die mit der Aussage zitiert wird, Enders habe kürzlich den Pariser Élyséepalast entsprechend informiert.

Der Deutsche Tom Enders steht seit 2012 an der Spitze des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns, der damals noch EADS hieß. Airbus wird derzeit von Korruptionsermittlungen in Großbritannien und Frankreich erschüttert.

Nach Airbus-Angaben sagte Enders vergangene Woche bei einer Sitzung mit europäischen Betriebsräten in Toulouse: „Die Entscheidung über meine Zukunft als CEO von Airbus wird nicht von der französischen Presse oder der französischen Regierung oder irgendeiner Regierung getroffen.“ Die Entscheidung werde entweder vom Verwaltungsrat oder von ihm getroffen - und idealerweise im Konsens. „Mein derzeitiges Mandat läuft bis April 2019 und das ist der Zeitrahmen, in dem ich arbeite.“

Das sind die größten Luftfahrtkonzerne der Welt
Platz 10: Safran
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Der französische Konzern verbuchte 2016 einen Ertrag von 18,2 Milliarden Dollar (Vorjahr: 18,0 Milliarden). Safran ist nach Rolls-Royce Europas zweitgrößter Hersteller von Flugmotoren und Strahltriebwerken. In puncto Ertragswachstum lagen die europäischen Unternehmen mit 3,7 Prozent klar vor der US-Konkurrenz (2,4 Prozent) und setzten damit den Trend des Vorjahres fort.

(Quelle: Deloitte Global Aerospace & Defence Sector Financial Performance Study 2017)

Platz 9: Raytheon
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Der US-Hersteller produziert vor allem für das Militär. Der Rüstungskonzern erreichte 2016 einen Ertrag von 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,2 Milliarden ). Dank der leistungsstarken US-Rüstungsindustrie und einer hohen weltweiten Nachfrage wuchsen die Erträge im militärischen Sektor bei den US-Unternehmen insgesamt um 2,1 Prozent.

Platz 8: BAE Systems
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Der britische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern kletterte in der Rangliste vom neunten auf den achten Platz. 2016 betrug der Ertrag 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 22,8 Milliarden). In Europa legte der Ertrag im militärischen Sektor laut Studie um insgesamt 0,6 Prozent zu.

Platz 7: Northrop Grumman
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Der US-Hersteller von Rüstungstechnik für Luft- und Raumfahrt machte 2016 einen Ertrag von 24,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,5 Milliarden Dollar). Die Wachstumsrate der Gesamtbranche fiel von 3,8 Prozent im Jahr 2015 auf 2,4 Prozent im Jahr 2016. Sie war damit immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher als das globale Wirtschaftswachstum.

Platz 6: GE Aviation
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Das Unternehmen gehört zur US-Konzern General Electric. Der Konzern erzielte 2016 einen Ertrag in Höhe von 26,3 Milliarden Dollar (Vorjahr: 24,7 Milliarden). GE Aviation stellt Flugzeugtriebwerke für den zivilen und den militärischen Gebrauch her. Insgesamt zeigte die Luftfahrtbranche 2016 bei einem Gesamtertrag von 674,4 Milliarden Dollar ein verlangsamtes Wachstum.

Platz 5: United Technologies
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Der US-Hersteller von Technologieprodukten hat seinen Hauptsitz in Connecticut. Neben Luft- und Raumfahrt ist der Konzern auch in den Bereichen Klimaanlagen, Aufzugsanlagen und Rolltreppen tätig. Der Ertrag im Luftfahrtbereich lag 2016 bei 28,9 Milliarden Dollar (Vorjahr: 27,8 Milliarden Dollar).

Platz 4: General Dynamics
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Der Konzern ist neben Boeing der größte Hersteller von Lenkflugkörpern in den USA. Der Konzern baut neben Raketen auch Hubschrauber sowie Panzer und fertigte 1954 mit der USS Nautilus das erste nuklearbetriebene U-Boot der Welt. Im vergangenen Jahr betrug der Ertrag 31,4 Milliarden Dollar (Vorjahr: 31,5 Milliarden).

In einem Interview des Handelsblatts hatte Enders vor dem Hintergrund der Unruhe wegen der Korruptionsvorwürfe im Oktober gesagt, er klebe nicht an seinem Job. „Verlassen Sie sich darauf: Wenn ich nicht mehr Teil der Lösung bin, dann hoffe ich, dass ich das selbst erkenne und von mir aus die Konsequenzen ziehe - aber noch sehe ich den Punkt weiß Gott nicht.“

  • dpa
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