Luis del Rivero
Der dritte Mann beim Monopoly

Ein Schlag auf die Schulter. Das war’s. Mehr gab sein Vater ihm nicht mit auf den Weg, als er 1972 sein Bauingenieurstudium erfolgreich beendete. Seitdem hat Luis del Rivero aber bewiesen, dass er bestens allein zurechtkommt. Jetzt will er beim Kampf um Spaniens Energiekonzerne mitmischen.

MADRID. Nach seinem Bauingenieurstudium hatte Luis del Rivero das Bauunternehmen Sacyr gegründet. Das fusionierte er 2003 mit dem größten Immobilienanbieter des Landes, Vallehermoso. Und er selber wurde Präsident des neuen Unternehmens.

Nun will der inzwischen 56-jährige del Rivero beim Monopoly um Spaniens Energiekonzerne mitspielen. Vor einer Woche hat Sacyr-Vallehermoso für 2,9 Milliarden Euro zehn Prozent des in Barcelona ansässigen Mineralölkonzerns Repsol gekauft. Den Anteil will del Rivero auf 20 Prozent aufstocken – ein finanzieller und organisatorischer Kraftakt. Denn nur wenige Stunden zuvor kaufte er bereits für 616 Millionen Euro den spanischen Autobahnbetreiber Europistas, den er mit Itinere zum fünftgrößten Autobahnbetreiber der Welt fusionieren will.

Del Riveros Vorbild in Sachen Energiewirtschaft ist Florentino Pérez, der kaltschnäuzige Präsident und Anteilseigner von ACS, dem größten Baukonzern des Landes. Pérez war bereits Wochen zuvor beim zweitgrößten spanischen Versorger, Iberdrola, eingestiegen. Und José Manuel Entrecanales, Chef des Baukonzerns Acciona, hat seinen Anteil an Endesa auf 20 Prozent erhöht.

„Die spanischen Baukonzerne haben nach den Boomjahren sehr viel Geld in der Kasse und müssen dieses wegen der Abkühlung des Immobilienmarktes langsam in andere Bereiche investieren“, sagt Juan Ledrado Gómez, Dozent für Wirtschaftsrecht an der Universität Complutense, Madrid.

Aber für Gómez ist der Einstieg der drei vom Bau ins Energiegeschäft kein sauberes Spiel. Bei all diesen Geschäften seien Insiderinformationen zirkuliert, welche die Kurse kurz vor dem jeweiligen Einstieg eines Baukonzerns auffällig stark in die Höhe getrieben hätten. Die spanische Börsenaufsicht schweigt dazu. In nur einem Monat legte die Sacyr-Aktie von 32 auf 41 Euro zu, und Repsol stieg von 21,5 auf 25,8 Euro.

Drei Wochen lang verhandelte del Rivero mit Repsol-Chef Antonio Brufau, bevor sie sich einigten. Der Repsol-Konzern hat so einen weiteren Großaktionär auf seiner Seite, falls die italienische Eni wie vermutet zum feindlichen Übernahmeangriff starten sollte.

Sollte das finanzielle Abenteuer del Riveros schief gehen, bleibt ihm noch sein Obstgeschäft. Der Mann aus Murcia ist einer der größten Orangen-Produzenten des Landes.

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