M & A-Chef muss gehen
Bertelsmann verschlankt sich

Im März vor zwei Jahren herrschte bei Bertelsmann noch Aufbruchstimmung. Damals übernahm Kay Krafft die Leitung des neu geschaffenen Zentralbereichs Mergers und Akquisitions. Doch inzwischen hat Europas größter Medienkonzern kein Geld mehr für große Übernahmen und Krafft ist seinen Job wieder los. Besonders hart fällt der Manager allerdings nicht.
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DÜSSELDORF. Trotz des Abgangs von Kay Krafft werde die Abteilung Mergers und Akquisitions (M & A) nicht aufgelöst, bestätigte am Donnerstag ein Bertelsmann-Sprecher auf Anfrage.

Der Wegfall von Kraffts Stelle in der Gütersloher Zentrale ist kein Einzelfall. In den kommenden Monaten werden sich in dem nüchternen Gebäude die Gänge weiter leeren. Rund jeder fünfte Mitarbeiter muss dort gehen. 130 der 692 Mitarbeiter werden im "Corporate Center" abgebaut. Bertelsmann spart so im Jahr 25 Millionen Euro. Der Kostendruck ist groß: Im ersten Halbjahr wies Bertelsmann einen Konzernfehlbetrag von 333 Millionen Euro aus.

Kay Krafft fällt aber weich. Der frühere Manager der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte arbeitet als Chief Investment Officer bei der Musikrechtefirma BMG Rights Management. Seine Stelle dort trat er bereits Anfang Oktober an. Das im August 2008 gegründete Unternehmen gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor KKR, der auch am Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 beteiligt ist. KKR besitzt 51 Prozent der Anteile. Weitere 49 Prozent gehören Bertelsmann.

Im Vergleich zu M & A im "Corporate Center" ist BMG Rights Management mit Sitz in Berlin von überschaubarer Größe. In diesem Jahr wird der Umsatz der Musikfirma nach Angaben von Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe rund zehn Millionen Euro erreichen. Die Firma hat rund 100 Künstler wie Nena und Peter Fox unter Vertrag. Mittelfristig will das Unternehmen zu einem globalen Musikdienstleister aufsteigen. Rabe wird seinen bisherigen Mitarbeiter Krafft nicht aus den Augen verlieren. Denn der Bertelsmann-Finanzvorstand ist Aufsichtsratschef der Musiktochter.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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