Malamine Koné
Von der Schafwiese in die Chefetage

Malamine Koné hat aus dem Nichts den größten Sportartikelhersteller Frankreichs erschaffen.1999 gründete Koné seine Sportswear-Marke Airness. Heute setzt die 120 Millionen Euro im Jahr um.

PARIS. Mit einer Sporttasche voller T-Shirts und viel Unbehagen hat alles begonnen. Letzteres empfand Malamine Koné, als er erstmals ein Sportgeschäft in einem Pariser Vorort betrat, um seine Kreationen anzubieten. Ein 1,85 Meter großer Farbiger aus Mali: „Sie dachten eher daran, ihre Kasse zu verstecken, als meine T-Shirts zu kaufen.“

Nur sieben Jahre ist das her. 1999 gründete Koné seine Sportswear-Marke Airness. Heute setzt die 120 Millionen Euro im Jahr um. „Wir wären nie so weit gekommen, wenn wir uns immer Sorgen gemacht hätten, was wir alles nicht schaffen können“, erklärt Koné selbstbewusst. Schon der Markenname Airness, der an Basketball-Star Michael „Air“ Jordan erinnert, reflektiert Konés Motto: „Immer höher, immer stärker.“ Und vor allem keine Angst vor den Großen haben: Denn Jordan ist bei Nike unter Vertrag – eigene Modelinie namens Air inklusive.

Auch Koné setzt auf große Sportler, doch die kommen nicht aus Übersee: Didier Drogba, für Chelsea spielender Fußball-Star von der Elfenbeinküste gehört dazu und auch Djibril Cissé (Liverpool). Mehrere französische Clubs, darunter Nantes und Rennes, tragen Airness, ebenso ein halbes Dutzend afrikanischer Nationalmannschaften.

Es klingt wie in einem Kitschfilm: Koné, der als Kind in Afrika Schafe hütete und mit zehn Jahren in den Pariser Vorort Saint-Denis kam, ohne ein Wort Französisch zu sprechen, baute in sieben Jahren Frankreichs meistverkauftes Sportlabel auf. „Ich konnte nicht Französisch, meine ersten Freunde auf dem Schulhof gewann ich beim Fußball“, erzählt er. Später machte er als Boxer Karriere und sollte bei den Olympischen Sommerspielen 1996 für Frankreich antreten. Damals trug er schon den Panther als Symbol auf seinem Trikot. Doch seine Sportlerkarriere endete mit einem Autounfall im Jahr 1995. Fortan konzentrierte er sich auf sein Jura-Studium.

Mittlerweile wird sein Label in 2 000 Geschäften in Frankreich verkauft. Außer Schuhen und Trikots vermarktet er auch Schulhefte, Uhren und Mobiltelefone. Dabei lässt er nur in Frankreich herstellen, um die Qualität zu garantieren. Wie ihr Gründer hat auch die Marke den Sprung aus den Vororten geschafft.

Sogar die Kinder von Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin sind Airness-Fans. Seinen ganz großen Traum hat Koné aber noch nicht verwirklicht. Er hofft, das die französische Fußballnationalmannschaft – zurzeit von Adidas ausgestattet – eines Tages seine Marke trägt. Schließlich spiele die deutsche Elf in Adidas und die amerikanische in Nike: „Ich hoffe, dass auch Frankreich bald eine französische Marke wählt.“ Für ihn wäre das ein gelungenes Beispiel für Integration.

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