MAN-Aufsichtsrat
Piëch vergrößert Machtradius

Der Autobauer Volkswagen will künftig auch im MAN-Aufsichtsrat ein gewichtiges Wort mitreden. Neben VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist auch der Chef von VW-Nutzfahrzeuge, Stephan Schaller, als Kandidat für die Neuwahl des MAN-Kontrollgremium bei der Hauptversammlung am 10. Mai nominiert worden. Zudem steht bei Scania ein Machtwechsel zugunsten von VW an.

HB MÜNCHEN/STOCKHOLM. VW-Chef Martin Winterkorn könnte schon bald neuer Aufsichtsratsvorsitzender beim schwedischen Hersteller Scania werden. An der Scania-Aufsichtsratsspitze soll Winterkorn seinen Vorgänger Bernd Pischetsrieder bei der am 3. Mai anstehenden Hauptversammlung ablösen. Zusammen mit Winterkorn hat VW zudem seine Vorstandsmitglieder Hans Dieter Pötsch und Francisco Javier Garcia Sanz neu für den Scania-Aufsichtsrat nominiert.

Parallel dazu wurde Ferdinand Piëch für den MAN-Aufsichtsrat vorgeschlagen. Bei MAN sollen Piëch und der Chef von VW-Nutzfahrzeuge Schaller bei der turnusgemäßen Neuwahl des Aufsichtsrates am 10. Mai in das Gremium einziehen. Dies werde der Aufsichtsrat der Hauptversammlung am gleichen Tag vorschlagen, hieß es.

Volkswagen könnte damit die Kontrolle bei MAN übernehmen und damit freie Bahn für eine Lastwagen-Allianz mit Scania schaffen. Dass Piëch nach der MAN-Hauptversammlung im Mai den Vorsitz bekommt, gilt in Branchenkreisen als sicher.

Aus dem MAN-Kontrollgremium ausscheiden werden mit Ablauf der Wahlperiode der frühere BMW-Chef Joachim Milberg, Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt, der frühere stellvertretende Vorstandschef von BASF, Hanns-Helge Stechl, sowie der Magna-Manager Herbert Demel. Neu zur Wahl vorgeschlagen werden neben Schaller und Piëch auch BayernLB-Vorstand Stefan Ropers sowie der ehemalige Münchener-Rück-Vorstand Heiner Hasford.

Der derzeitige Chef des MAN-Kontrollgremiums, Ekkehard Schulz, stellt sich erneut zur Wahl. Früheren Medienberichten zufolge wäre er auch bereit, seinen Posten an der Spitze des MAN-Aufsichtsrates für einen Vertreter von VW zu räumen.

VW ist jeweils größter Aktionär von MAN und von Scania und pocht bei der von allen Beteiligten angestrebten Nutzfahrzeug-Allianz auf eine möglichst einflussreiche Rolle. Piëch war dabei wiederholt Interesse am Chefposten im MAN-Aufsichtsrat nachgesagt worden.

Den Führungsanspruch in dem Kontrollgremium leiteten die Wolfsburger aus ihrer Beteiligung von mittlerweile 29,9 Prozent an MAN ab, hatte es geheißen. Der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern war im Januar mit einem eigenen milliardenschweren Übernahmeversuch für Scania am harten Widerstand der Schweden und ihrer Großaktionäre VW und Investor gescheitert. Nun streben die Beteiligten eine einvernehmliche Lösung an.

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