Management-Bücher
Fabelhafte Führung

Nahezu klassische Fabeln feiern eine Renaissance – im Bereich der Management-Bücher. Derzeit setzen Autoren verstärkt auf Bilder aus der Tierwelt, um ihre Themen in Szene zu setzen. So kann der geneigte Leser in der Freizeit von Pinguinen, Adlern und Haien lernen.

KÖLN. Fred ist ein Kaiserpinguin, und er lebt mit seiner Kolonie auf einem gemütlichen Eisberg in der Antarktis. Eines Tages entdeckt er, dass der Eisberg bersten und sinken könnte – und alarmiert den „Obersten Rat“.

Und dann kommt es, wie es kommen muss: Niemand will Fred zuhören, der vermeintliche Unruhestifter wird verhöhnt und bekämpft. Doch mit den richtigen Mitstreitern und ein paar überraschenden Einfällen gelingt es ihm, seine Artgenossen zum Umdenken zu bewegen. Am Ende zieht die Kaiserpinguinkolonie auf einen anderen, einsturzsicheren Eisberg. Der zuvor verfemte Fred wird zum gefeierten Retter.

Was klingt wie eine Kreuzung der Eisvogel-Schmonzette „Happy Feet“ und dem Säbelzahn-Road-Movie „Ice Age“, ist das neue Buch des renommierten Management-Vordenkers John Kotter von der Harvard Business School. „Das Pinguin-Prinzip“ ist beinahe eine klassische Fabel: Eine allgemeine Lehre wird auf einen besonderen Fall zurückgeführt. Daraus wird eine Geschichte, die das allgemeine Prinzip wieder veranschaulicht. So etwas verspricht, unterhaltsamer zu sein als trockene Management-Handbücher. Seit Spencer Johnsons Bestseller „Who mooved my cheese?“ wenden die Autoren des Genres das tierische Prinzip deshalb mit wachsender Begeisterung an, um dem Leser ihre Führungsrezepte schmackhaft zu machen. Sei es, weil ihre Ansätze eigentlich banal sind, sei es, weil man sie sonst kaum versteht. Schlimmstenfalls aus beiden Gründen.

„Daten und Analysen bewegen die Menschen weniger dazu, sich und ihr Umfeld zu verändern als überzeugende Erfahrungen“, erklärt Kotter. Die in großer Schrift gesetzte Geschichte vom tapferen Pinguin zielt eben auch auf das Kopfkissen und den Strandkorb der Leser – und nicht auf das Büroregal. Kotter beschränkt sich auf die Fabel selbst und schiebt lediglich einige wenige Seiten hinterher, auf denen er zum Beispiel erläutert, dass es oft besser ist, entschlossen zu handeln als lange Analysen vorzuschieben – bei denen man doch nur nach Problemen sucht, die gar nicht da sind.

Der Vertriebstrainer Ardeschyr Hagmeier beschäftigt sich lieber mit anderem Federvieh. Seine halbwegs originelle Grundidee: Es gibt Enten, die ärgerlich schnatternd auf ihrem Teich sitzen, kaum über den Rand hinaus blicken, sich ein möglichst bequemes und risikoarmes Leben wünschen. Und die deshalb unbeweglich und frustriert bleiben. Dagegen ziehen die Adler majestätisch ihre Kreise, lassen den Blick weit schweifen, und sind glücklich darüber, dass sie für sich und ihr Leben Verantwortung übernehmen. Hagmeier hat Anekdoten und Sinnsprüche gesammelt, die seine These stützen, und destilliert aus all dem eine Art Nietzsche light: Er schwärmt von der schöpferischen Kraft, die darin liegt, an sich selbst zu glauben und Probleme als Chancen zu verstehen. Diese Philosophie ist in 52 Adler-Regeln und das Adler-Workout aufgeteilt, in dem der Leser sich schließlich mit Fragebögen und Tipps die innere Ente austreiben soll.

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