Management-Literatur
Von Pinguinen, Spinnen und Champions

Um sich zu verkaufen, müssen Managementbücher neuerer Machart originell und unterhaltsam sein. Deshalb mühen sich ihre Macher mindestens um eine griffige Masche, um ihre Theoreme erfolgreich an den Mann und die Frau zu bringen. Das zeigte sich einmal mehr bei den in diesem Jahr erschienenen Werken.

KÖLN. Als Robert Sutton der „Harvard Business Review“ einen Artikel über den „Arschloch-Faktor“ in Firmen einreichte, rechnete er nicht damit, dass dieses renommierte, konservative Wissenschaftsjournal ihn tatsächlich abdrucken würde. Doch der Text erschien – und das Wort „Arschloch“ war ganze acht Mal enthalten.

Sutton lernte daraus, dass Managementtheorie heute süffiger daherkommen darf als früher, und er machte ein Buch aus seinen Überlegungen zu Aufschneidern, Despoten und Intriganten, also all jenen Arschlöchern eben, die Teams in Firmen zerstören und Kollegen das Leben zur Hölle machen.

Managementbücher neuerer Machart sind nicht nur ledergebundene Lehrsätze kluger Patriarchen aus Harvard oder Stanford, wo auch „Arschloch“-Autor Sutton lehrt. Sie müssen außerdem originell sein, um sich zu verkaufen. Deshalb mühen sich ihre Macher mindestens um eine griffige Masche, um ihre Theoreme erfolgreich an den Mann und die Frau zu bringen – das zeigte sich einmal mehr bei den in diesem Jahr erschienenen Werken.

Natürlich ist auch Suttons „Arschloch-Faktor“ im Grunde ein ganz normales und sogar ausgesprochen fundiertes Managementbuch, in dem es um kluge Mitarbeiterführung geht. Es hielt sich aber viele Wochen lang in den Bestseller-Listen der Business-Literatur, weil es eben so unterhaltsam daherkommt. Und deswegen eignet es sich auch bestens als geschenkverpacktes Präsent fürs bevorstehende Weihnachtsfest – Mutige verschenken es auch an Kollegen und Vorgesetzte.

Es gibt noch mehr solcher Gurus für den Gabentisch: die in Romanform gepackte Abhandlung „Die Kakerlaken-Strategie“ zum Beispiel. Laut Verlag ist das Buch eine „Business-Parabel“, und in der geht es nicht darum, wie man Arschlöcher im Job loswird. Sondern wie man den Mistkerl in sich selbst zum Leben erweckt. Der amerikanische Verhaltensökonom Craig Hovey erzählt die Geschichte eines kleinen Angestellten, der von Kollegen und Vorgesetzten herumgeschubst wird und dem auch privat wenig gelingt. Erst als die Kakerlake Gregory ihm zeigt, was es heißt, ein Überlebenskünstler zu sein, fädelt er sich auf die Gewinnerstraße ein.

Seite 1:

Von Pinguinen, Spinnen und Champions

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%