Managementausbildung
Anleitung zum kritischen Denken

Wirtschaftshochschulen der Welt müssen sich für Politik, Psychologie und Philosophie öffnen, wenn sie angehende Führungskräfte auf die Geschäftswelt vorbereiten wollen. Kritisches Denken ist bisher oft zu kurz gekommen.
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DüsseldorfDie Managementausbildung im Jahr 2051: Avatare, die als elektronisches Abziehbild der Studenten an deren Stelle im virtuellen Hörsaal diskutieren, Umweltthemen und Gesellschaftstheorien statt nur betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, die Chaos-Theorie als elementarer Bestandteil der Ausbildung an der Wirtschaftshochschule.

Man könnte das als Spinnerei abtun, wäre es nicht Martha Maznevski, Professorin und zugleich Direktorin des Managementstudiengangs Master of Business Administration (MBA) an der renommierten Schweizer Wirtschaftshochschule IMD, die den Blick in die Zukunft gewagt hat. Das praxisnahe MBA-Studium der Eliteschule gilt weltweit als direkter Weg in die Topetage der Wirtschaft.

Die künftigen MBA-Programme werden mit den heutigen nicht mehr allzu viel gemein haben. Professoren wie David Bach von der IE Wirtschaftshochschule sind überzeugt: „Business-Schools müssen sich öffnen hin zu Politik, Soziologie, Psychologie und Philosophie.“ Kritisches Denken sei bisher oft zu kurz gekommen – aber genau das bräuchten die Manager.

Die Hochschulen wollen echte Führungskräfte ausbilden – und keine Zahlenjongleure, die an starren Schemata und funktionalem Wissen kleben. Die Betriebswirtschaft wird ein wichtiger Teil der Managerausbildung bleiben, das ist klar, ihr Monopol aber wird sie verlieren.

Das Zauberwort heißt Interdisziplinarität. Der Rektor der Berliner Business School ESCP Europe, Ayad Al-Ani, plädiert für Kooperationen und Netzwerke mit Hochschulen für modernes Regieren, mit Fachbereichen für Politik, Geopolitik und Nachhaltigkeitsthemen. „Die Regulierung nimmt zu, Führungskräfte müssen den Kontext verstehen“, sagt Al-Ani. Die Turbulenzen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden zum Normalzustand. Oder, wie IMD-Professorin Maznevski es beschreibt, „Chaos und Unsicherheit sind künftig selbstverständlich.“

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