Managementfehler
Woran Top-Manager scheitern

In den USA gilt: Scheitere und mach es dann besser. Hier ist Scheitern unverzeihlich. Doch woran hängt es, wenn Manager Fehlentscheidungen treffen? So viel vorweg: Am Fachlichen liegt es nicht.
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Den Managern auf die Fingern geschaut: Die Personalberatung Odgers Berndtson befragt jährlich Führungskräfte von Unternehmen aller Branchen und Größen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, was sie bewegt und was sie motiviert. In diesem Jahr haben 2100 Manager verraten, woran sie und ihre Führungskollegen scheitern. Und es liegt weder an einer zu geringen Leistungsmotivation oder Belastbarkeit noch an mangelnden Markt- und Fachkenntnissen.

40 Prozent der Befragten kommen zu der Einschätzung, dass Top-Manager meist an der falschen Strategie scheitern. 35,1 Prozent sagen, dass es Managern, die scheitern, an Führungskompetenzen fehlt. Und 32,9 Prozent bescheinigen den Pannen-Managern ein zu geringes Urteilsvermögen und mangelnde Entscheidungsfähigkeit.

„Das Ergebnis unserer Studie bestätigt die gefühlte Wahrnehmung, dass Strategie- und Führungs-kompetenz im Top-Management wichtiger sind als Fachkompetenz“, kommentiert Veronika Ulbort, Partner bei Odgers Berndtson und Leiterin der Studie. „Überrascht hat uns jedoch, dass dieses Ranking der Kompetenzen von allen Teilnehmern einheitlich gesehen wurde - unabhängig von Alter, Geschlecht, Branche oder Position“, so die Beraterin weiter.

In vielen Branchen ist man Quereinsteigern gegenüber sehr zurückhaltend, weil man die Branchenspezifika für erfolgskritisch erachtet. In der Studie ergab jedoch auch die Kontrollfrage nach den erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, mit denen es Manager an die Spitze eines Unternehmens schaffen, nur eine untergeordnete Bedeutung der Markt- und Fachkenntnisse.

„Entscheidender für den beruflichen Erfolg als ein Branchenstallgeruch ist die kognitive Leistungsfähigkeit, die sich in der Kompetenz zum strategisch-analytischen Denken, im unternehmerischen Denken und Handeln sowie im Urteilsvermögen und in der Entscheidungsfähigkeit ausdrückt“, erläutert Ulbort.

Kerstin Dämon
WirtschaftsWoche

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