Manager bewunder Innovationskraft von Apple
Gute Ideen – leider nur in der Schublade

Nicht einmal jedes zweite Unternehmen weiß, ob sich das Geld auszahlt, das es in Neuerungen steckt. Das frühe Einbinden von Zulieferern hilft, aus Ideen erfolgreiche Produkte zu machen - wie Apples Überraschungserfolg iPod.

DÜSSELDORF. Mit der Einführung des schicken MP3-Abspielgeräts iPod im Dezember 2001 gelang Steve Jobs von Apple Computer ein genialer Coup: Er eroberte ein ganzes Marktsegment im Sturm. Apple beherrscht heute mit sieben von zehn weltweit verkauften MP3-Spielern einen wichtigen Teil des Unterhaltungselektronikmarktes. Und mit dem angeschlossenen Online-Musikladen iTunes macht Apple auch noch der Musikindustrie Konkurrenz.

Dieser erfolgreiche Vorstoß in neue Gefilde hat etliche Manager beeindruckt: Bei einer Befragung von 940 Top-Entscheidern durch die Boston Consulting Group (BCG) wählten sie Apple mit großem Abstand auf Platz eins der Liste der innovativsten Unternehmen der Welt. Mit einer genialen Neuerung ähnlich erfolgreich zu sein, davon träumen viele. Drei von vier Führungskräften kündigten laut der BCG-Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, an, in diesem Jahr mehr Geld für Innovation ausgeben zu wollen. „Für ein Land wie Deutschland mit hohen Löhnen und hohen industriellen Standards, das von Staaten wie China, Indien und Brasilien unter harten Preis- und Wettbewerbsdruck gesetzt wird, gibt es nur einen Schlüssel zum Wachstum – und das sind Innovationen“, meint auch Ekkehard Schulz, Vorstandschef von Thyssen-Krupp.

Doch die Untersuchung zeigt: Kaum ein Manager glaubt tatsächlich, den nächsten iPod oder ähnlich Geniales auf den Markt bringen zu können. Nur jedes zweite Unternehmen ist zufrieden mit den wirtschaftlichen Ergebnissen seiner Innovation. Energie- und Industriegüter-Manager sehen die Relation von finanziellem Aufwand zu Ertrag besonders kritisch. Hier stehen nur für jeden Dritten Aufwand und Ertrag in einem guten Verhältnis „Das kreative Potenzial vieler Unternehmen ist enorm, an Ideen fehlt es meist nicht“, urteilt Sebastian Ehrensberger, Geschäftsführer und Experte für Innovationsmanagement bei BCG. „Aber viele Unternehmen haben deutliche Defizite, gute Ideen schnell in marktreife Produkte und damit in wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen.“

Was aber machen Apple, 3M, General Electric (GE), Nokia oder IBM anders als andere? „Gute Unternehmen haben sehr gute Kundendaten und Marktinformationen und rechnen früh aus, ob und wie sich eine Neuerung bezahlt macht“, weiß Ehrensberger. „Sie haben klare Kriterien, welche Projekte man verfolgt und welche nicht. Und sie verbessern ihre Wirtschaftlichkeitsberechnungen einer Neuerung im Entwicklungsprozess fortlaufend mit aktuellen Marktinformationen.“ So paarte Apple beim iPod die eigene Erfahrung beim Entwickeln extrem einfach zu bedienender High-Tech-Produkte mit Marktstudien über die Wünsche von Musikhörern.

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