Manager des Jahres
Franz Fehrenbach – Rendite mit Prinzipien

Franz Fehrenbach hat Haltung gezeigt. Der Bosch-Chef führte seinen Konzern nicht nur erfolgreich durch die Krise, sondern bekannte sich auch zum Allgemeinwohl. Kein Unternehmer hat die Großbanken so kritisiert wie er – zu Recht.
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Lieber Geld verlieren als Vertrauen“ – so lautete das Credo des Firmengründers der Robert Bosch GmbH. Der heutige Unternehmensleiter, Franz Fehrenbach, hat sich diesen Leitsatz zu eigen gemacht und auch in schwierigsten Zeiten bewahrt.

Ohne Vertrauen kann Wirtschaft langfristig nicht funktionieren. Sie beruht auf Verlässlichkeit, konsequentem Handeln, Transparenz und auf der Berechenbarkeit des Gegenübers. Vertrauensbildung ist eng verzahnt mit dem Übernehmen von Verantwortung. Franz Fehrenbach nimmt diese Werte ernst. Dafür zolle ich ihm größte Anerkennung. Denn Werte zu leben und zu bewahren, vor allem dann, wenn die Bedingungen alles andere als günstig sind – und so war es in der vergangenen Dekade häufig –, ist für den Leiter eines multinationalen Konzerns eine immense Herausforderung. Franz Fehrenbach hat sie mit klugem und weitblickendem Handeln auch über die jüngste Wirtschaftskrise hinweg gemeistert.

Als er Anfang 2008 vor einer möglichen Rezession infolge der Bankenkrise warnte, trug ihm das auch Kritik ein – schließlich ist das Ende einer Schönwetterperiode keine angenehme Perspektive. Für seinen Konzern jedenfalls stellte er vorsichtshalber rechtzeitig eine ausreichend hohe Liquidität sicher. Als dann die Auftragseinbrüche auch Bosch das Leben schwermachten, half das Finanzpolster, viele Mitarbeiter an Bord zu behalten – und damit die über Jahre gewachsene Fachkompetenz des Konzerns.

Eine Entscheidung, die Mut erforderte: Die damit einhergehende Kostenbelastung bedeutete den Verzicht auf ein besseres Jahresergebnis. Heute, im Aufschwung, macht sich dieser Mut bezahlt: Bosch konnte sofort auf das Know-how seiner Mitarbeiter bauen und wieder schnell durchstarten. Möglich war diese Strategie auch dank eines guten Einvernehmens zwischen Mitarbeitern und Geschäftsleitung: Ein flexibler Tarifvertrag erlaubte das Verschieben einer Lohnerhöhung. Aus Gründen der Fairness zog Franz Fehrenbach dann, als die Auftragslage wieder stimmte, die geplante Tariferhöhung vor.

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