Manager freigestellt
Reemtsma-Vorstandssprecher zurückgetreten

Der Vorstandssprecher des Hamburger Zigarettenherstellers Reemtsma, Manfred Häussler, hat sein Amt niedergelegt. Auch der Rücktritt des Aufsichtsratsmitglieds Ludger Staby wurde von der britischen Imperial Tobacco, zu der Reemtsma seit Mai 2002 gehört, am Mittwoch angenommen.

HB/dpa HAMBURG. Weitere Manager wurden von ihren Aufgaben entbunden. Hintergrund für die Rücktritte sind die Ermittlungen der deutschen Zollbehörden wegen des Verdachts auf Zigarettenschmuggel. Dazu hatte es im Januar eine Großrazzia am Hamburger Firmensitz gegeben.

Die Ermittlungen betreffen laut Imperial „angebliche Taten“ vor dem Erwerb von Reemtsma. Weil sich das Ermittlungsverfahren über Jahre hinziehen könne, sei ein von Imperial eingesetzter unabhängiger Ausschuss zu dem Schluss gekommen, die sieben betroffenen Reemtsma- Manager bis zum Abschluss des Verfahrens von ihren Aufgaben freizustellen, heißt es in der Imperial-Mitteilung. Häussler, der auch Vertriebs- und Marketing-Direktor bei Imperial ist, habe als ebenfalls Betroffener daraufhin seinen Rücktritt von seinen Ämtern erklärt. Er war als einziger Reemtsma-Manager nach der 6 Mrd. Euro teuren Übernahme durch Imperial in die Führung des britischen Konzerns eingerückt und seit Juli 2002 Reemtsma- Vorstandssprecher.

Imperial wies ausdrücklich daraufhin, dass bisher keine Anklage erhoben wurde und dass Staby nicht zu den sieben Angehörigen des Unternehmens gehört, gegen die die deutschen Zollbehörden ermitteln. „Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Ermittlungen des deutschen Zolls zu einem Interessenkonflikt zwischen seiner früheren Zuständigkeit und seiner gegenwärtigen Funktion im Board der Imperial Tobacco Group führen, halten Ludger Staby und das Board übereinstimmend den Rücktritt für angemessen“, hieß es.

Staby, der bis 1998 selbst Vorstandssprecher bei Reemtsma war, ist bei Imperial ein nicht an der Geschäftsführung beteiligtes Vorstandsmitglied.

In Hamburg wird gegen die sieben Reemtsma-Manager unter anderem wegen Zigarettenschmuggels und Steuerhinterziehung ermittelt. Es bestehe der Verdacht der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit ausgeführten unversteuerten Zigaretten, hieß es im Januar. Demnach soll Reemtsma auch Zigaretten in den Irak geliefert und damit gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben. Die Durchsuchung der Büroräume stand laut Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Festnahme eines Großschmugglers im März 2001.

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