Manager-Gehälter
US-Firmen zahlen Chefs mehr als dem Staat

Die Debatte um Manager-Gehälter könnte in den USA neu entfacht werden. Eine Studie zeigt, dass ein Viertel der bestbezahlten Manager mehr Gehalt bekommen, als ihre Unternehmen Steuern an den Staat zahlen.
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WashingtonIn den USA ist die Debatte über Chef-Gehälter neu entfacht. Das linke Washingtoner Institute for Policy Studies (IPS) legte am Mittwoch eine Studie vor, der zufolge 25 der 100 bestbezahlten Top-Manager in den USA mehr Gehalt bekommen, als ihre Unternehmen Steuern zahlen. Führende Demokraten im Kongress zeigten sich empört und forderten eine Anhörung über die Gehälter von Firmenchefs. In den USA wird seit längerem eine Debatte über die Höhe von Unternehmenssteuern geführt.

Für die Untersuchung verglich das IPS die Gehälter von Vorstandsvorsitzenden mit den laufenden Ertragsteuern, die Unternehmen direkt an den Bund zahlen. Steuern im Ausland, des Bundesstaates und der Kommunen sowie latente Ertragsteuern ließen sie außen vor. Dabei kam für die besagten 25 Vorstandschefs ein Durchschnittsverdienst von 16,7 Millionen Dollar pro Jahr heraus. Die Chefs der S&P-500-Unternehmen verdienen im Mittel knapp elf Millionen Dollar.

Die Autoren der Studie bemängeln unter anderem, der Flugzeugbauer Boeing habe nur 13 Millionen Dollar an Ertragsteuern gezahlt, seinem Chef Jim McNerney jedoch 13,8 Millionen Dollar überwiesen. Das drastischste Beispiel ist der Mischkonzern General Electric: Chef Jeff Immelt verdiente 15,2 Millionen Dollar, das Unternehmen verbuchte eine Steuerrückzahlung von mehr als 3,3 Milliarden Dollar.

Der Demokrat Elijah Cummings vom einflussreichen Aufsichts- und Reformkomitee des Repräsentantenhauses forderte in einem Brief an den republikanischen Vorsitzenden des Gremiums Anhörungen zum Thema Vorstandsgehälter. „Warum schießen Unternehmensgewinne und Managergehälter wieder in die Höhe, während das Einkommen von Arbeitern stagniert und die Arbeitslosigkeit inakzeptabel hoch bleibt“, fragte Cummings. Die Republikaner halten in der Kongresskammer die Mehrheit.

Die Steuergesetze bieten den Unternehmen viele Schlupflöcher, so dass manche Großkonzerne überhaupt keine Bundessteuern zahlen. Einflussreiche Stimmen hatten in den vergangenen Monaten höhere Steuern zur Sanierung des Staatshaushalts gefordert. So verlangte der Milliardär und Großinvestor Warren Buffett kürzlich höhere Steuern für Superreiche. Auch Präsident Barack Obama hat gefordert, Lücken im Unternehmenssteuerrecht zu schließen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist bedauerlich, daß sich ausgerechnet das Handelsblatt mit einer irreführenden Überschrift an solcher Hetze beteiligt. Es wurden nur die Steuern auf Bundesebene betrachtet, nicht jedoch die im Ausland oder an die einzelnen Bundesstaaten gezahlten Steuern. Auch wurde anscheinend nur eine Periode betrachtet, ohne zu berücksichtigen, daß Steuerzahlungen u.U. zwischen den Perioden erheblich schwanken können. Ich vermute, daß selbst eine Studie aus einem - wie es hieß - "linken Institut" im Detail ein wesentlich differenzierteres Bild bietet. Aber eine reißerische Überschrift ist da natürlich viel attraktiver...

  • Selten so einen Schwachsinn wie von fanton und Penlder gelesen...

  • Zahlen die Manager keine Steuern ? In Deutschland ist zur Zeit der Grenzsteuersatz der Einkommensteuer höher als die Summe Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer. Also ich verstehe das Problem nicht. Sollen doch die Manager möglichst viel verdienen. Das Steueraufkommen wird gesteigert.

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