Manager-Ranking
Achleitner bleibt Deutschlands bestbezahlter Aufsichtsrat

Paul Achleitner bleibt bestbezahlter Aufsichtsrat eines Börsenunternehmens. Der Chefkontrolleur der Deutschen Bank verdient rund 800.000 Euro. Die Chefs der 30 Dax-Unternehmen bekommen insgesamt 83,4 Millionen Euro.
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FrankfurtDeutsche-Bank-Chefkontrolleur Paul Achleitner bleibt der mit Abstand am besten bezahlte Aufsichtsrat bei einem großen Börsenunternehmen in Deutschland. Wie aus einer am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht, verwies der Österreicher 2016 mit 800.000 Euro BMW-Chefaufseher Norbert Reithofer und Siemens Aufsichtsratschef Gerhard Cromme auf die Plätze.

Allerdings musste Achleitner, der außer bei der Deutschen Bank auch in den Aufsichtsräten von Daimler und Bayer sitzt, für sein Geld auch mehr arbeiten als viele andere Kontrolleure – insgesamt nahm er alleine bei dem zuletzt immer wieder von Krisen gebeutelten Institut an 82 Sitzungen des gesamten Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse teil und fehlte so gut wie nie.

Achleitners Frau, die Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner, kam als Aufsichtsrätin bei Linde, der Deutschen Börse und der Münchener Rück zwar nicht auf das Salär ihres Mannes. Die DSW-Studie führt sie jedoch unter den einflussreichsten Aufsichtsräten der Republik mittlerweile auf Platz 11. In dieser Rangliste, bei der unter anderem die Anzahl der Mandate eine Rolle spielt, kommt Paul Achleitner auf Platz fünf.

Ganz oben steht hier Ex-Henkel-Chef Ulrich Lehner, der bei drei der 30 Dax-Unternehmen das Kontrollgremium leitet: bei der Deutschen Telekom, beim Energieriesen E.ON und bei ThyssenKrupp. Auf Platz zwei steht mit dem früheren Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann ein langjähriger Weggefährte der Achleitners, der sich mit ihnen und Joachim Faber, dem Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, in München ein Büro teilt. Diekmann ist nicht nur oberster Kontrolleur der Allianz, sondern sitzt auch bei Siemens, BASF und dem Medizinkonzern Fresenius im Kontrollrat.

Insgesamt lassen sich die 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen laut DSW ihre zusammen fast 500 Aufsichtsräte 83,4 Millionen Euro kosten. Ein einfaches Aufsichtsratsmitglied, das keine Zusatzentlohnung etwa für eine Ausschuss-Tätigkeit erhält, verdient besonders gut bei Fresenius: nämlich 250.000 Euro. Mit dem schmalsten Salär müssen Aufsichtsräte beim Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck auskommen: sie erhalten 50.000 Euro im Jahr.

Frauen sind zwar weiterhin deutlich in der Unterzahl in deutschen Aufsichtsräten, allerdings steigt ihr Anteil seit Jahren kontinuierlich auf mittlerweile fast 32 Prozent. Geht es um die einflussreichen Spitzenposten, sieht es allerdings nach wie vor eher mau aus für das weibliche Geschlecht: Bis dato ist Simone Bagel-Trah, die Chefin des Henkel-Kontrollgremiums, die einzige Frau an der Spitze eines Dax-Aufsichtsrats.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Herr Achleitner sollte seine Bezüge den Aktionären zur Verfügung stellen, gleiches gilt für seine Mitstreiter.
    Hier sollte doch die urkapitalistische Formel gelten: Geld gegen Arbeit.
    Was, bitteschön, haben denn die Herren gearbeitet, außer das Geld der Aktionäre zu vernichten ?
    In den USA wären diese Leute schon lange gefeuert worden aufgrund ihrer "Erfolge".
    Hierzulande werden sie auch noch bezahlt und das auch noch gut.

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