Managergehälter
Commerzbank-Chef verzichtet auf Millionen

Mitten in der Debatte um überhöhte Managergehälter verzichtet Commerzbank -Chef Klaus-Peter Müller auf rund sieben Millionen Euro Gehalt. In einem Interview warnte der Banker allerdings davor, deutsche Top-Manager wegen ihrer Millionenbezüge ständig an den Pranger zu stellen. Dennoch hält er einige Kollegen für überbezahlt.

HB FRANKFURT/MAIN. Mit dem vorzeitigen Wechsel in den Aufsichtsrat im Frühjahr werde der Vorstandschef der zweitgrößten deutschen Bank auf eine Auszahlung seines Vertrages in dieser Höhe verzichten, teilte die Commerzbank am Mittwoch in Frankfurt mit. Müller hat einen Vertrag als Vorstandschef bis 2010, der 63-Jährige wechselt aber bereits im Mai 2008 in den Aufsichtsrat. Grund dafür ist der altersbedingte Rückzug von Aufsichtsratschef Martin Kohlhaussen.

"Müllers Gehalt für diese zwei Jahre würde zwei Mal 3,5 Mill. Euro betragen", sagte ein Sprecher. Daraus ergebe sich die Summe von 7,0 Mill. Euro. Im Aufsichtsrat verdient Müller wesentlich weniger: Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank erhält rund 230 000 Euro pro Jahr. Der Zeitung "WAZ" sagte Müller, in der Commerzbank gehöre er bei weitem nicht zu den Top-Verdienern. "Es gab ein Jahr, da war ich innerhalb der Commerzbank nicht einmal unter den 250 bestbezahlten Managern." Seine Festbezüge liegen nach eigenen Angaben bei 760 000 Euro im Jahr. "Damit verdiene ich deutlich weniger als deutsche Spitzenfußballer."

Der Vorstandschef warnte zugleich davor, deutsche Top-Manager wegen ihrer Millionenbezüge ständig an den Pranger zu stellen. "Wenn wir Eliten in unserem Land schlecht behandeln, verlieren wir sie. Die sind nämlich nicht auf den Standort Deutschland angewiesen." Allerdings halte er manche Managergehälter für unangemessen hoch. Müllers Nachfolger im Mai 2008 wird der derzeitige Firmenkundenchef Martin Blessing.

Nach Ansicht von Aktionärsschützern ist der Schritt Müllers außergewöhnlich. "Es gibt kein Beispiel der jüngeren Zeit, in dem Topmanager ähnlich gehandelt haben", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS). "Dieses Signal zeigt, dass die Manager grundsätzlich die Debatte begriffen haben". Er rechne aber nicht mit "massenhaft Managern", die nun auf ihre Gehälter verzichteten.

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