Managerhaftung
Der gute Ruf der D&O ist gefährdet

Fachleute sehen den Ruf der Directors and Officers Liability - kurz D&O, zu deutsch Manager-Haftpflicht-Police genannt - gefährdet. Sie sei in Deutschland nur deshalb schwierig, weil es keinen gesetzlichen Rahmen für sie gibt. Dabei gehört eine gesunde Abwehrhaltung beim Versicherer zum Geschäft.

BONN. "D&O wird auf unangemessene Weise nieder diskutiert", meint etwa der Kölner Anwalt Theo Langheid, "es werden Schwierigkeiten hereinkonstruiert, die es so gar nicht gibt." Die D&O sei in Deutschland nur deshalb schwierig, weil es keinen gesetzlichen Rahmen für sie gibt. Die Bedingungen, die das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vorgebe, betreffe verschiedene Besonderheiten der D&O nicht, "aber es ändert nichts daran, dass wir relativ klare Spielregeln haben", so Langheid.

Die öffentliche Diskussion um D&O-Streitfälle bringen Firmen und ihre Manager ins Grübeln. Vor kurzem hat ein Makler aus Düsseldorf mit dem Verkauf von umstrittenen Zusatzpolicen begonnen, die Manager für den Fall versichern, dass ihr D&O-Anbieter nicht zahlt.

Aus Langheids Sicht brauchen Versicherungskäufer sich überhaupt nicht verunsichern zu lassen. "Es ist versicherungstypisch, dass die Versicherer kämpfen. Es gibt keinen Versicherer der Schäden einfach zahlt, nur weil sie angemeldet werden."

Auch Wolfgang Finis, Leiter der Betriebsversicherungen des ADAC, meint: "Da wird eine gewaltige Verunsicherung verursacht, die an und für sich nicht notwendig wäre. D&O ist ein gutes Produkt, wenn man mit Versicherern arbeitet, die das Geschäft des Kunden verstehen."

Für Finis ist auch klar: "Die Haftungsvorschriften sind extrem gestiegen" und da sei das Ende der Fahnenstange sicher noch nicht erreicht. "Es entsteht eine enorme Verunsicherung beim Management selbst. Für mich ist D&O Teil der Lösung, nicht das Problem."

Finis gehört einer Liga von global agierenden Unternehmen mit firmeneigenem Versicherungsmakler an. Mit direktem Zugang zu praktisch allen Anbietern im globalen Markt ist er besonders empfindlich gegenüber Schwarzsehern und Marktschreiern. "Die Unsicherheit der Käufer wird regelrecht ausgenutzt. Da kommen immer wieder neue Apostel und sagen: ?Moment mal, ich habe eine Klausel im Rucksack. Wenn Du die anwendest bist Du voll versichert.'"

Finis verlässt sich lieber auf maßgeschneiderte Lösungen. "Wir haben unsere D&O-Police auf den Prüfstand gestellt und mit vielen internationalen D&O-Anbietern gesprochen. Dabei haben wir schnell gemerkt, welche Versicherer uns ernst nahmen und lösungsorientierte Produkte anbieten."

Der ADAC ist ein eingetragener Verein, aber mit kommerziellen Beteilungen. Ein guter Anbieter besitzt die Fähigkeit, mehr anzubieten als nur Deckungskapazität, sagt Finis. So konnte er z.B. erreichen, dass der ADAC auch Fremdmandate in seinem D&O-Vertrag versichert. Für Finis sind die sogenannten ODL-Mandate (outside directorship liablity) ein wichtiger D&O-Baustein, weil Organe in vielen Gremien sitzen.

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