Managerhaftung
Sogar mit Police leben Manager riskant

Der Abschluss einer Managerhaftpflicht schützt Vorstand, Geschäftsführer oder Aufsichtsrat nicht vor allen Fehlern. Sie hilft nur, wenn kein Vorsatz im Spiel war und die Führungskraft nicht bewusst fahrlässig gehandelt hat. Wer sich und sein Unternehmen schützen will, muss deshalb früher ansetzen - mit einem konsequenten Risko-Management.

STUTTGART. So verlangt der D&O-Versicherer (Directors & Officers Liability, zu deutsch Manager-Haftpflicht) von Peter Hartz, dem Ex-Personalvorstand von VW, jetzt 2,6 Mill. Euro zurück. Fallstricke lauern überall: vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz bis zu Exportvorschriften. Angesichts der Flut neuer Gesetze wissen Manager oft nicht, dass sie Regeln verletzen. Wichtig ist, dass Aufgaben und Kompetenzen eindeutig zugeordnet werden: Wer verantwortet was?

Es schützt Top-Manager auch nicht, wenn sie beispielsweise an Preisabsprachen weder beteiligt waren, noch davon wussten. Die Kartellbehörde wirft ihnen dann vor, dass sie die Mitarbeiter nicht deutlich darauf hingewiesen haben, was untersagt ist und sie nicht ausreichend überwachen. Die Bundesregierung plant gerade eine Reform der Korruptions-Vorschriften, um die strafrechtliche Verantwortung von Führungskräften und Mitarbeitern zu verschärfen.

Fast jedes zweite deutsche Unternehmen hat in den vergangenen zwei Jahren Schäden durch Wirtschaftskriminalität erlitten, so eine Studie der Beratungsgesellschaft Price-Waterhouse-Coopers. Aber nur 37 Prozent der deutschen Firmen haben ein Kontrollsystem.

Nicht zuletzt gilt es, Entscheidungsgrundlagen lückenlos zu dokumentieren und nur gut informiert zu handeln. Passiert trotz aller Vorsicht etwas, prüft der Staatsanwalt oder Richter, ob eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt. Dabei honoriert er zumindest, wenn das Unternehmen seine Bemühungen um ein effizientes Risk-Management nachweisen kann.

Gerhard Ries ist Partner bei Menold Bezler Rechtsanwälte Partnerschaft.

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