Manfred Balz
Chefaufklärer der Telekom

Der neue Datenschutz-Vorstand Manfred Balz räumt umfangreiche Bespitzelungen ein

BONN. Es sollte eine Demonstration von Wille und Entschlossenheit werden. Der umstrittene neue Datenschutzvorstand der Telekom wollte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt beweisen, dass es ihm ernst ist. Dass er hart durchgreift und den Sumpf aus Bespitzelung, Datenklau und Passwortmissbrauch trockenlegt.

Aber Manfred Balz, der als Chefjurist bislang eher im Hintergrund gearbeitet hat, ist nervös. Sobald er sich mit der Hand die Brille zurechtrückt, rattern die Auslöser der Fotoapparate. Schwer atmend präsentiert er erste Ergebnisse bei der Aufklärung von Spitzelaffäre und Datenklau.

Demnach haben Telekom-Mitarbeiter im Jahr 2006 Telefongespräche von 20 Personen ausgespäht, darunter auch Telekom-Beschäftigte. Die Spitzelei sollte zeigen, wer dem Konzern 17 Millionen Kundendaten gestohlen hat. Fatalerweise ist offenbar genau das auch gelungen: Es gibt einen Hauptverdächtigen, erklärt Balz, den man durch die Spähaktion „dingfest“ gemacht habe.

Nun kommt der Jurist im Datenhüter Balz durch. Und der erklärt wortreich, gegen welche Paragrafen die Spitzelaktionen verstoßen haben. Auf diesem rechtlichen Parkett fühlt er sich sichtlich wohler als bei den Ausführungen über die kriminellen Machenschaften im größten deutschen Telekommunikationskonzern. Die hören sich an, als wären sie einem Agentenfilm entnommen. Balz spricht mühevoll von der „Operation Phylax“, wie die Bespitzelung von Journalisten und Aufsichtsräten intern hieß, oder von „Fort Knox“ – der Task-Force, die den Verbleib der 17 Millionen Kundendaten klären sollte.

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