Manfred Balz
Telekom sucht siebten Vorstand

Bis gestern galt Manfred Balz als Favorit des Konzernchefs – Jetzt haben beide ein Problem

DÜSSELDORF. Auf den ersten Blick war die Dramaturgie ganz nach dem Geschmack von Telekom-Chef René Obermann. Am vergangenen Freitag präsentierte der angeschlagene Chef des Magenta-Konzerns einen Befreiungsschlag. In der Bonner Konzernzentrale kündigte er an, angesichts immer neuer Datenpannen einen Vorstandsposten für Datenschutz einzurichten. Schon gestern schien die Sache klar zu sein, der Aufsichtsrat der Telekom segnete die Position ab.

So weit, so gut, wäre da nicht die Personalie selbst. Bis zum Nachmittag waren wichtige Unternehmenskreise fest davon überzeugt, dass die Kontrolleure den bisherigen Chefjustiziar Manfred Balz mit dem Amt betrauen würden.

Doch am späten Nachmittag wurde klar: Balz hängt in der Luft, der Aufsichtsrat konnte sich noch nicht für den obersten Hausjuristen entscheiden. „Möglichst zeitnah“ solle die Entscheidung fallen, das war alles, was zu der Personalie offiziell zu hören war.

Für Konzernchef Obermann ist dieser Aufschub mehr als ärgerlich, eine schnelle Vergabe des Postens wäre angesichts der zahlreichen Datenskandale auch für sein angekratztes Image extrem wichtig. Der Ex-Monopolist hat erst am Wochenende eingestanden, dass Daten von über 30 Millionen Kunden relativ einfach abgerufen und verändert werden konnten. Insgesamt kämpft die Telekom mit sieben Fällen von Datendiebstahl.

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