Manfred Wennemer
Wennemers Waterloo

Continental-Chef Manfred Wennemer kämpft vehement gegen die Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach - und um seine Selbstständigkeit als Manager. Doch die Chancen, die Übernahme abzuwehren, schwinden.

DÜSSELDORF. Eines schätzt der ausgefuchste Stratege Manfred Wennemer noch weniger als langes Schwafeln: eine Schlacht zu verlieren - vom Krieg ganz zu schweigen. Seit Ende vergangener Woche findet sich der Chef der Continental AG in einer ungewohnten Rolle wieder: Der erfolgsverwöhnte Angreifer steckt mitten im Abwehrkampf. Das Tempo bestimmen andere.

Mit der Schaeffler-Gruppe greift ein fränkisches Familienunternehmen nach der Macht bei Europas zweitgrößtem Zulieferer hinter Bosch. Trotz aller Dementis von Firmenchef Jürgen Geißinger sind Beobachter überzeugt, dass Schaeffler die Mehrheit bei Conti anstrebt, Teile wie die Reifensparte zur Refinanzierung des Deals verkaufen und den Dax-Konzern schließlich ganz von der Börse nehmen könnte. "Schaeffler will die komplette Kontrolle", ist etwa Branchenanalyst Frank Schwope von der NordLB überzeugt. Das Familienunternehmen wies das gestern erneut zurück.

In einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Dienstag setzten sich die Conti-Kontrolleure mit der Gefahr auseinander. Neben den Reifen gilt auch die Kautschuk-Sparte Conti-Tech als Verkaufskandidat. Nüchtern wie immer, ohne Zeichen von Hektik oder gar Emotion, trug Wennemer die Lage vor, berichten Aufsichtsräte. Trotzdem: Den Eindruck, die Attacke habe ihn auf dem falschen Fuß erwischt, konnte er nicht zerstreuen. Ein konkreter Abwehrplan, wie ihn viele erwarteten? Fehlanzeige.

Wennemer muss eine Verteidigungslinie erst erarbeiten, die über die aus seiner Sicht aussichtsreiche Beschwerde bei der Bankenaufsicht BaFin hinausgeht. Und sie den Kontrolleuren bei der nächsten, für kommenden Mittwoch geplanten außerordentlichen Sitzung vorstellen.

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