Manipulationsvorwürfe: Gericht eröffnet Verfahren gegen Ex-IKB-Chef

Manipulationsvorwürfe
Gericht eröffnet Verfahren gegen Ex-IKB-Chef

Stefan Ortseifen, ehemals Chef der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB, muss sich vor Gericht verantworten. Das teilte das Landgericht Düsseldorf mit. Die Vorwürfe: Marktmanipulation und Untreue. Dem Ex-Manager drohen bis zu fünf Jahre Haft.
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FRANKFURT. Ein Termin für die Hauptversammlung steht aber noch nicht fest. Mit einem Prozessauftakt sei nicht vor Mitte April zu rechnen, so die Behörde. Ortseifen muss sich wegen Marktmanipulation und Untreue verantworten. Ihm drohen bis zu fünf Jahren Haft. Der Bankmanager hatte noch wenige Tage vor dem Beinahe-Zusammenbruch der IKB in einer Pressemitteilung behauptet, die Bank habe keine Probleme mit US-Hypotheken. Kurz danach stand die IKB wegen genau dieser Anlagen fast vor der Insolvenz. Der Aktienkurs des Instituts sank dramatisch. Ein vom Landgericht in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt nach Auskunft der Staatsanwaltschaft einen Zusammenhang zwischen Pressemitteilung und Aktienkursentwicklung.

Wegen Untreue in Zusammenhang mit den Hypotheken-Geschäften muss sich Ortseifen allerdings nicht verantworten. Vorsatz sei ihm bei den riskanten Geschäften am US-Immobilienmarkt nicht nachzuweisen, befand die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft schon im vergangenen Jahr und stellte das Verfahren ein. Das Institut musste im Zuge der Finanzkrise mit mehr als zehn Milliarden Euro von Steuerzahler und Bankenbranche vor dem Aus bewahrt werden.

Kritik an Villa auf Bank-Kosten

Wegen Untreue muss er sich dennoch verantworten. Diesmal geht es um seine Villa und umstrittene Renovierungsarbeiten. Traditionell stellt die IKB ihren Vorständen Häuser zur Verfügung. Ortseifen soll „umfangreiche Bauvorhaben an dem von ihm bewohnten, jedoch der Bank gehörenden Vorstandshaus vornehmen und durch die IKB AG bezahlen“ lassen, bemängelten die Strafverfolger schon im vergangenen Jahr. Die Miete sei außerdem nicht angepasst worden. Die Höhe der Mietzahlungen ist nicht bekannt. Zudem habe Ortseifen hochwertige Lautsprecherboxen über die Bank angeschafft, so die Staatsanwaltschaft. Ortseifen hat die Vorwürfe gegen ihn bislang bestritten.

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