Mannesmann-Prozess
Ackermann und Esser beteuern Unschuld

Unmittelbar vor dem Ende des Mannesmann-Prozesses haben die Angeklagten in ihren Schlussworten die bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone geflossenen Prämien erneut verteidigt und einen Freispruch gefordert.

HB DÜSSELDORF. Bei den Beschlüssen über Prämien und Abfindungen, die er als Mitglied des Mannesmann-Aufsichtsratspräsidiums gefällt hatte, sei er jederzeit "in Übereinstimmung mit Recht und Gesetz" gewesen, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht. Allein Leistung und Erfolg seien Kriterien für die Vergütungen gewesen. Er hoffe, dass es sich auch künftig lohne, für die Wertsteigerung von Firmen zu kämpfen, sagte der wegen schwerer Untreue angeklagte Ackermann. Das Gericht will sein Urteil am Donnerstag kommender Woche verkünden.

Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser sagt, er habe sich im Übernahmekampf mit Vodafone vor vier Jahren immer an Führungsregeln für Unternehmen gehalten. Bis zuletzt habe er für die Interessen der Aktionäre, der Mitarbeiter und des Unternehmens gekämpft. Eine gesellschaftspolitische Debatte über die Höhe von Manager-Gehältern sei zwar geboten, gehöre aber nicht in den Gerichtssaal. Er appellierte an das Gericht, mit dem Urteil zu seiner Rehabilitierung beizutragen. Der frühere Aufsichtsratschef Joachim Funk warf der Staatsanwaltschaft vor, eine Vorverurteilung der Angeklagten betrieben zu haben. Auch nach dem Prozess werde eine persönliche Beschädigung in der Öffentlichkeit bleiben. Der ehemalige Aufsichtsrat und frühere IG-Metall-Chef Klaus Zwickel nannte es schmerzlich, angeklagt zu sein. Er sei sich "absolut sicher, dass keiner der Beteiligten gegen geltendes Recht verstoßen hat". Auch die übrigen Angeklagten betonten ihre Unschuld.

Vor dem Schlusswort der Angeklagten hatten auch Essers Verteidiger Freispruch gefordert. "Dr. Esser war nicht käuflich", sagte Verteidiger Jürgen Welp. Der Vorwurf der Anklage, zwischen der Zustimmung Essers zur Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone und der Zahlung einer millionenschweren Prämie an ihn bestehe ein Zusammenhang, sei von 17 Zeugen widerlegt worden. "Nachgewiesene falsche Behauptungen haben kurze Beine."

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