Mannesmann-Prozess
„Dem Gesetz fehlt eine rote Linie“

41 Verhandlungstage, 60 Zeugen: Das Mannesmann-Verfahren dürfte zum Langzeit-Prozess werden. Wirtschaftsjuristen rechnen damit, dass die Staatsanwaltschaft große Probleme haben dürfte, den Angeklagten Vorsatz nachzuweisen.

tag DÜSSELDORF. Der 5. Februar ist ein Donnerstag. Donnerstag, das heißt für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Landgericht Düsseldorf, Saal L111. Jeweils mittwochs und donnerstags wird dort von dieser Woche an das Mannesmann-Verfahren verhandelt - der wohl spektakulärste Wirtschaftsstrafprozess der deutschen Rechtsgeschichte.

Aber für den 5. Februar hat auch die Deutsche Bank nach Frankfurt eingeladen. Josef Ackermann soll der Welt die Bilanz für das Jahr 2003 präsentieren. Eine Ausnahmewoche. Die erste Februarwoche ist jedoch eine der wenigen bis Ende Juni, in denen donnerstags prozessfrei ist.

Einundvierzig Termine hat die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer bis Ende Juni angesetzt, 60 Zeugen sind geladen - darunter Wirtschaftsprominenz wie der frühere Vodafone-Chef Chris Gent und Allianz-Aufsichtsratschef Henning Schulte-Noelle. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Präsidium des damaligen Mannesmann-Aufsichtsrats, dem Mannesmann-Chef Klaus Esser und einem Zuarbeiter des Aufsichtsrats Untreue im besonders schweren Fall vor, beziehungsweise Beihilfe dazu. Dem Präsidium gehörten neben Ackermann der damalige Aufsichtsratschef Joachim Funk, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel und Konzernbetriebsratschef Jürgen Ladberg an.

Es geht um gut 110 Millionen Mark, die Mannesmann nach der Niederlage im Übernahmekampf an aktuelle und ehemalige Manager zahlte - und darum, ob die Zahlungen korrekt waren. Die Angeklagten hätten die Beschlüsse im vollen Wissen um die Rechtswidrigkeit gefasst beziehungsweise daran mitgewirkt, argumentieren die Staatsanwälte.

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